Wie Gastronomie und Hotels nachhaltiger arbeiten können

Start-up : Wie Gastronomie und Hotels nachhaltiger arbeiten können

Studierende des Industrial Designs haben Ideen für neue Produkte entwickelt. Die Wuppertalerin Franziska Altenrath lieferte mit ihrem Start-up „Tutaka“ den Impuls.

Franziska Altenrath (28) bezeichnet sich selbst als Ecoistin. Die aus Wuppertal stammende Unternehmerin hat sich mit ihrer Freundin Alexandra Herget dem Thema Nachhaltigkeit gewidmet. Das gemeinsame Start-up „Tutaka“ mit Sitz in Hamburg hat sich auf das Gastgewerbe spezialisiert. Ihr Credo: „Nachhaltigkeit soll Unternehmen und Gästen Spaß machen. Es bedeutet auf keinen Fall Verzicht – schon gar nicht auf Qualität“. Um ihrem Ziel, das Gastgewerbe zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen, ein Stück näher zu kommen, haben sich die Geschäftspartnerinnen Unterstützung von Studenten der Bergischen Universität geholt. „Der Wuppertaler Studiengang Industrial Design ist besonders renommiert und bot mit der fakultätsinternen Plattform Visionlabs die Möglichkeit, gemeinsam mit den Studenten an Problemen zu forschen“, erklärt Alexandra Herget.

Angehende Industrial Designer um Professor Martin Topel haben dazu Produkte entworfen, die in Hotels, in der Gastronomie und auf Festivals zum Einsatz kommen können, dabei sowohl die Gästeerfahrung verbessern als auch weniger Ressourcen verbrauchen. Die Studenten entwickelten so zum Beispiel Antworten darauf, wie die Minibar der Zukunft aussehen kann, wie man Mülltonnen so gestaltet, dass sie auf Festivals häufiger genutzt werden oder wie man Plastikmüll im Hotelbadezimmer reduzieren könnte. „Also Zukunftsthemen durch und durch“, sagt Franziska Altenrath. Sie freut sich, dass es für das Projekt auch Unterstützung aus der heimischen Gastronomie gab. So arbeiteten etwa die Viertelbar und das Restaurant Taormina mit den Studenten zusammen.

Zu den Erfindungen der Wuppertaler Studierenden gehören jetzt ein Spender, der etwa feste Seife in handliche Portionen teilt. „Die Erfindung passt sehr gut zu einer Produktentwicklung, die wir im Moment begleiten und setzt sich ästhetisch von anderen Seifenspendern ab“, so Altenrath. Vorteil: „Verpackung wird gespart und Mikroplastik verhindert.“ Ein Produktbeispiel, dass nicht nur in Wuppertaler Toiletten Anwendung finden könnte.

„Viele Gastronomen würden zwar gerne nachhaltiger arbeiten, haben aber keine Zeit, um sich damit intensiv auseinanderzusetzen“, berichtet Altenrath. Um das zu ändern, hat ihr Start-up „Tutaka“ einen digitalen Marktplatz ins Leben gerufen, auf dem sie Gastronomen Produkte wie Bio-Baumwoll-Bettwäsche, Naturkosmetik, Kleiderbügel aus recyceltem Papier, Trinkhalme aus Glas und mehr anbieten. Franziska Altenrath hofft, damit nicht nur in Wuppertal, sondern weltweit in der Gastro-Szene für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung