Wie der Wuppertaler Zoo ein Reptil mit Sonnenbrand kuriert

Zoo : Ein Reptil mit Sonnenbrand

Zoo-Tierärztin Dr. Lisa Grund erzählt von der Behandlung eines Tokeh-Weibchens.

Tokehs sind besonders große Vertreter der Geckos, einer Reptilienfamilie, die für ihre Fähigkeit bekannt ist, kopfüber an Decken oder Glasscheiben laufen zu können. Sie sind sehr flinke und wehrhafte Tiere, die bei Gefahr sogar laute Rufe von sich geben. Auch die berühmte Abwehrstrategie, bei Gefahr notfalls den Schwanz abzuwerfen und später nachwachsen zu lassen, ist bei diesen Tieren möglich. Eine Gruppe Tokehs soll in Zukunft frei in unserem Affenhaus leben. Die Bepflanzung dort bietet ihnen Schutz und Rückzugsräume im Besucherbereich, in die Affengehege sollen sie nicht gelangen.

Sechs Tiere leben zur Zeit noch hinter den Kulissen und können dort ungestört das Erwachsenenalter erreichen. Ein Pärchen hatte sich bereits gepaart, so dass vor wenigen Tagen das erste Nachzucht-Tier geschlüpft ist. Die Jungtiere haben einen blau-weiß gebänderten Schwanz, während die erwachsenen Tokehs grünlich gefärbt sind.

Ein anderes Weibchen machte uns allerdings Sorgen: Es hatte sich zu lange kopfüber unter der UV-Lampe aufgehalten und sich so, mitten im Wuppertaler Winter, eine Verbrennung am Bauch zugezogen. Es wurde separat gesetzt und behandelt. Salben halfen der Haut bei der Regeneration, Schmerzmittel verschafften dem Tier Linderung und auch eine antibiotische Behandlung war angezeigt: Bei einer so großflächigen Hautläsion können ansonsten Bakterien zu einer gefährlichen Infektion führen. Der Tokeh erholte sich schnell und nach jeder Häutung wurde die Wundfläche kleiner. Jetzt ist nur noch ein silbriger Fleck am Bauch sichtbar, der keiner Therapie mehr bedarf. In einigen Monaten wird auch davon nichts mehr zu sehen sein, so dass das Tier ins Affenhaus entlassen werden kann.

Mehr von Westdeutsche Zeitung