Wie baufällig sind die alten Beton-Brücken auf der A 46?

Wie baufällig sind die alten Beton-Brücken auf der A 46?

In Vohwinkel, Sonnborn und Barmen drohen Großbaustellen: Die Bauwerke sind in die Jahre gekommen.

Wuppertal. Nach gut 50 Jahren Dauerbetrieb ist das alles andere als ein Geheimnis: Weite Teile der A 46 sind baufällig — von den Abschnitten, die in den vergangenen Jahren mit neuem Asphalt und Lärmschutz versehen wurden, einmal abgesehen. Im Rahmen der landesweiten Diskussion über den Sanierungsstau bei den Autobahnbrücken rücken zwangsläufig auch alte Wuppertaler Bauwerke in den Blick.

Dazu gehören in besonderem Maße — wie am Freitag gemeldet — die Brücke der A 46 über den Westring (mit einer Länge von fast 92 Metern), die Wupperbrücke am Sonnborner Kreuz (mehr als 450 Meter lang) und die Autobahnbrücke an der Winchenbachstraße in Barmen, die 160 Meter lang ist und nur auf einer Seite Lärmschutz aufweist, der ebenfalls in die Jahre gekommen ist.

Sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Es handelt sich um in die Jahre gekommene Spannbetonbrücken, wie sie auch der Stadt Wuppertal bereits seit Langem massive Probleme bereiten. Eindringende Feuchtigkeit setzt den jahrzehntealten Bauwerken zu. Hinzu kommen gerade auf der A 46 enorme Belastungen durch den täglichen Verkehr — in zunehmendem Maße auch durch schwere Lastwagen. So stehen diese drei Brücken auf der Liste jener 375 Bauwerke in NRW, die erneuert werden müssen — mit Blick auf Instandsetzungen oder sogar einen kompletten Austausch.

Wie so etwas vonstatten geht, zeigt sich beim Mammut-Ausbau der A 1 auf sechs Fahrspuren: Auf dem Stand der Technik wurde die neue und fast 402 Meter lange Wupper-Talbrücke dort als Stahlverbund-Konstruktion errichtet. Alleine der Abbau des gut 50 Jahre alten Vorgängers hat seinerzeit 4,5 Millionen Euro gekostet, der Neubau mehr als 20 Millionen Euro.

Das lässt erahnen, wie viel Geld unter Umständen zur Sicherung der A 46 ausgegeben werden muss — Lärmschutzarbeiten, Fahrbahnsanierungen und Verluste durch tägliche Staus an den Großbaustellen noch gar nicht eingerechnet. Die Liste der landesweit 375 zu prüfenden Brücken wurde am Donnerstag vergangener Woche in Düsseldorf dem Landesverkehrsausschuss vorgelegt.

Erschwerend kommt bei der A 46 hinzu, dass sie ursprünglich nicht als Autobahn konzipiert war und eine schwierige Topographie aufweist. So ergibt sich auf der A 1 zwischen Langerfeld und Ronsdorf mittlerweile das bessere Bild: Im Rahmen des sechsspurigen Ausbaus wurde dieser Autobahnabschnitt in den vergangenen Jahren in weiten Teilen saniert.

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