Ausstellung Wie äußere Umstände Kunst beeinflussen

Arrenberg. · In der Galerie Philoart präsentieren zehn Künstler „Das Fremde in uns“

 Lothar Düver zeigt derzeit Arbeiten von zehn Künstlern in seinem Atelier an der Simonsstraße.

Lothar Düver zeigt derzeit Arbeiten von zehn Künstlern in seinem Atelier an der Simonsstraße.

Foto: Fischer, Andreas

Der Titel ist den besonderen Umständen geschuldet, denen sich in Zeiten von Corona auch die Künstler nicht entziehen können. „Das Fremde in uns“ heißt die momentane Ausstellung von Galerist Lothar Düver, die in der Philoart gezeigt wird. „Vordergründig geht es um die Auseinandersetzung damit, was die Künstler in dieser Zeit gemacht haben, was direkt oder auch indirekt ihr Unterbewusstsein und somit auch ihre Arbeit beeinflusst hat“, erklärt Düver. Einige der Malereien und Skulpturen sind in den vergangenen Wochen entstanden, andere sind älter. Denn die Thematik der Beeinflussung der künstlerischen Schaffensperiode durch äußere Umstände, Erfahrungen und Erlebnisse treibt Düver um. Er spricht von vorgeburtlichen wie täglichen Einflüssen. Hier kommt sein philosophischer Ansatz zum Tragen, macht er doch schon mit der Namensgebung „Philoart“ seiner im Herzen des Arrenberg gelegenen Galerie deutlich, dass er aus der Philosophie in die Kunst gekommen ist.

Die Zusammenhänge und Schnittstellen zwischen ihnen sollen erkundet, in Form künstlerischer Gestaltung veranschaulicht und präsentiert werden. Arbeiten von elf Künstlern, aus Wuppertal, NRW und Berlin sind zu sehen, Malereien und auch Skulpturen. Auffallend ist, dass sich nur sehr wenige der Exponate mit gegenständlicher Malerei beschäftigen. „Die moderne Malerei geht immer mehr in die Abstraktion“, erklärt Düver dazu und zeigt selber sein Werk „Cargo Negro“. Der spanische Titel, übersetzt „Schwarze Fracht“ erklärt sich aus seiner langjährigen Lehrtätigkeit an der Deutschen Schule in Barcelona. Corona ist die schwarze Fracht für ihn. Daneben hängt, in farbenfroher und abstrakter Weise gemalt, ein Bild von Raphael Grüner. Auch er sieht darin die Zukunft der Malerei, die Figuration wird weniger. Überhaupt sind viele der Werke fröhlich bunt, so auch das vor Corona entstandene Werk des Berliner Künstlers Peter Unsicker. Wie ein großes goldfarbenes Blatt leuchtet es dem Betrachter entgegen.

Düver möchte das Angebot in seiner Atelier-Galerie erweitern. „Ich werde demnächst auch internationalen Künstlern einen Raum geben.“ Wichtig ist ihm der Gedanke des „cross over“. Mit seinen weiteren Veranstaltungen, Lesungen, Vorträgen und Gesprächsrunden stellt er einen gesellschaftlichen Kontext zu Musik, Wissenschaft oder Literatur her. Neben diesen Grenzüberschreitungen zu Bereichen des kulturellen Lebens ist er hier mit eigenen künstlerischen Arbeiten tätig.

Die Ausstellung an der Simonsstraße 39a ist bis 18. Juli, mittwochs bis samstags von 15 bis 18 Uhr, geöffnet. bru

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