Weyerbuschturm: Stadt bricht die Sanierung ab

Weyerbuschturm: Stadt bricht die Sanierung ab

Nach fast drei Jahren wird das Gerüst abgebaut — das Baudenkmal bleibt aber weiterhin geschlossen.

Nützenberg. Wie im Dornröschenschlaf steht er da — der 25 Meter hohe Weyerbuschturm auf der Kaiserhöhe. Doch der marode Turm ist seit fast drei Jahren eingerüstet. Nun bricht die Stadt die Sanierung halbfertig ab — für das Baudenkmal ist kein Geld mehr vorhanden.

Mittlerweile kümmert sich der Förderverein Deweerth’scher Garten um den Weyerbuschturm. Bei einer Besichtigung mit dem Gebäudemanagement der Stadt sah sich die zweite Vorsitzende des Fördervereins, Kordula Pfaller, die vielen Schäden im Inneren des Turmes an. „Das Turmzimmer ist um einige Zentimeter abgesackt“, bedauert Pfaller. Thorsten Wagner vom Gebäudemanagement bestätigt dies. Der dafür verantwortliche Stahlträger sei aber mit Hilfsstützen verstärkt worden, beschwichtigt er. Laut Wagner habe ein Statiker bescheinigt, diese Maßnahme reiche aus, damit der Turm keinen weiteren Schaden erleide. Das Baugerüst indes soll in der nächsten Woche abmontiert werden.

„Das Gerüst hatte zwei Funktionen“, erklärt Wagner. Zum einen habe es als Schutzgerüst gedient — herabstürzende Teile des Daches konnten so fixiert werden. Eine Gefahr für Spaziergänger habe daher zu keiner Zeit bestanden, versichert Wagner.

Der zweite Grund für die dauerhafte Ummantelung des Weyerbuschturms sei finanzieller Natur gewesen: „Seit 2008 haben wir Kosten in Höhe von 4300 Euro für die Einrüstung aufgewendet. Die Standzeitverlängerung über den letzten Winter hat uns nochmals 171 Euro gekostet.“ Das sei immer noch günstiger, als das Gerüst ab- und für Sanierungsarbeiten wieder aufbauen zu lassen. Denn eine Abdichtung der Turmhaube konnte nicht mehr aufgeschoben werden. Etwa 8000 Euro habe diese „Notfallmaßnahme“ gekostet.

Bis zur endgültigen Instandsetzung des Turmes werden Mitarbeiter des Gebäudemanagements den Turm auf neue Mängel prüfen, die, wenn nötig, dann behoben werden. Dabei müsse immer wieder aufs Neue kalkuliert werden, ob ein „Wundpflaster“ ausreiche oder die Komplettsanierung dringend notwendig sei. Diese würde 110 000 Euro kosten.

Dieses Geld hat die Stadt nicht, muss es aber eventuell trotzdem aufwenden: Durch das undichte Dach ist Wasser in die Fugen des Turms eingedrungen. Der nächste Frost könnte den Mauern schaden.

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