Westkotter Straße: Stadt dichtet Viadukt ab

Westkotter Straße: Stadt dichtet Viadukt ab

Arbeiten sollen im Spätsommer beginnen und 13 Monate dauern. Die Nordbahntrasse bleibt durchgängig befahrbar.

Wichlinghausen. Das Netz unter dem Viadukt über der Westkotter Straße dürfte für die meisten Autofahrer mittlerweile ein gewohntes Bild sein. Auch an anderen Stellen der Stadt, etwa am Kuhler Viadukt, sind Netze Standard. Zeichen dafür, dass die altehrwürdigen Bauwerke dringend saniert werden müssen. Am Kuhler Viadukt war die Stadt bereits zu Gange und hat noch einige Bauabschnitte vor sich. An der Westkotter Straße steht der Sanierungsbeginn noch aus. Ehe aber darunter gearbeitet wird, muss das Viadukt erst einmal abgedichtet werden. Stimmt der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung in zwei Wochen zu, würden die Arbeiten im Spätsommer beginnen und etwa 13 Monate dauern. Die Stadt rechnet mit 750 000 Euro an Kosten.

Nicola Wessels, Projektleiterin, erklärt, dass die Befahrbarkeit der Nordbahntrasse gewährleistet ist

Ursprünglich sollte die Abdichtung bereits vor der Eröffnung der Nordbahntrasse Ende 2014 erfolgen. „Damals hatten wir aber eine Menge Bauwerke vor der Brust“, erinnert sich Thorsten Warning, Leiter Konstruktiver Ingenieurbau bei der Stadt. „Wir haben nur geguckt, an welche Viadukte und Brücken wir auf jeden Fall dranmüssen.“ Denn aufgrund der Förderrichtlinien musste die Trasse auf jeden Fall bis Ende 2014 für den Verkehr freigegeben werden. Eine Planung gab es damals für die Westkotter Straße schon, die für andere Projekte an der Trasse fallengelassen wurde.

Anders als damals, als die Trasse noch gar nicht freigegeben war, wird es diesmal keine Vollsperrung geben. „Die durchgängige Befahrbarkeit wird gewährleistet sein“, bestätigt Nicola Wessels, Projektleiterin bei der Stadt, die auch das Kuhler Viadukt betreut. Eine Nachricht, die auch die Wuppertalbewegung gerne hört. Ein Streifen von 2,50 Meter bleibe auf jeden Fall frei, so Wessels. „Man wird vorbeikommen.“ Da, wo möglich, sollten aber drei Meter freigehalten werden. Unter Umständen müssten Radfahrer ein kurzes Stück schieben, blieben aber auf der Trasse.

Die Abdichtung erfolgt deshalb in zwei Schritten: Zunächst wird auf der südlichen Seite ein Traggerüst errichtet, daneben bleibt der Weg frei. Unter anderem baut die Stadt dann eine Entwässerungsrinne ein. Ist das abgeschlossen, werden die gleichen Arbeitsschritte noch einmal auf der Nordseite wiederholt. Das Geländer wird während der Arbeiten an den jeweiligen Seiten demontiert und zwischengelagert. Es erhält dann auch einen Korrosionsschutzanstrich.

Einschränkungen kommen zeitweise auch auf die Autofahrer zu. „Während das Traggerüst auf- oder abgebaut wird, muss die Westkotter Straße aus Sicherheitsgründen vollständig gesperrt werden. Dies wird während der gesamten Bauzeit voraussichtlich viermal jeweils für etwa vier bis fünf Stunden der Fall sein“, heißt es in der Vorlage für den Verkehrsausschuss. Diese Sperrungen werden entweder wochentags nachts oder am Wochenende stattfinden.

Ein bisschen seien die Arbeiten schon mit denen am Kuhler Viadukt vergleichbar. „Allerdings ist das hier deutlich kleiner“, sagt Wessels beim Ortstermin mit der WZ. Gut 70 Meter ist das Viadukt lang und führt den Rad- und Fußweg über drei Bögen. Anders als beim „großen Bruder“ über den Steinweg gibt es an der Westkotter Straße keine Konsolen und Brüstungen mehr, die am Kuhler Viadukt für viel Arbeit sorgten.

Deshalb wird der erste Bauabschnitt auch der einzige sein, der für Einschränkungen auf den Verkehr auf der Trasse sorgt. Neben der Abdichtung stehen auch Mauerwerksarbeiten auf dem Plan. Schritte, die aus dem zweiten Bauabschnitt vorgezogen werden — weshalb die Stadt nun mehr Geld investieren muss (siehe Kasten).

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