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Werbeoffensive für die Kultur-Flatrate

Werbeoffensive für die Kultur-Flatrate

Ein Zwischenfazit nach drei Jahren Bühnenflatrate. Das Angebot soll in Zukunft noch stärker beworben werden.

Geschäftiges Treiben in einer Uni-Mensa, plötzlich tauchen Schauspieler auf und überraschen die Anwesenden mit einem spontanen Auftritt. Eine neue Idee, um in Zukunft das Schaffen der klassischen Kulturinstitutionen näher an die Studierenden heranzubringen, erklärt Enno Schaarwächter, Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen.

Damit soll die Bühnenflatrate, die es seit drei Jahren Studenten von Uni, Musikhochschule und kirchlicher Hochschule ermöglicht, kostenlos Opern, Schauspiele und Sinfoniekonzerte zu besuchen, beworben werden. Ein Zwischenfazit nach drei Jahren Angebort: „In drei Spielzeit-Jahren haben wir jedes Mal bis zu 2500 Karten ausgegeben“, sagt Schaarwächter. Was vielleicht nicht zu erwarten war: „Es gibt ein ungleich höheres Interesse an den Sinfoniekonzerten.“ 1000 Besucher jährlich haben im musikalischen Bereich das Angebot der Bühnenflatrate genutzt — dazu gehören beispielsweise auch Opern. Die Erklärung Schaarwächters: Vor allem Studenten der Musikhochschule zeigen Interesse.

Ein anderes auffälliges Extrem nach drei Jahren Kultur für lau: Die Rocky Horror Show ist in der aktuellen Spielzeit nur von einer Person mit einer Studenten-Freikarte besucht worden. Der Grund: Erst zehn Tage vor der jeweiligen Veranstaltung können kostenlose Tickets von Studenten reserviert werden.

Die kultige Horror Show war so regelmäßig ausverkauft, dass so gut wie keine Karten freigegeben wurden. Das zahlende Publikum hat Vorrang, erklärt Schaarwächter: „Anders könnten wir das finanziell nicht realisieren.“ Alternativ kann aber der weiterhin geltende Studentenrabatt genutzt werden. Dabei werden 50 Prozent pro Eintrittskarte gespart.

Pro Eintrittskarte, die über die Bühnenflatrate kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, bekommen die Wuppertaler Bühnen einen Euro, der zur Hälfte von Asta und Hochschulsozialwerk finanziert wird. Pro Jahr sind das 40 000 Euro zusätzlich für die Bühnen. „Es ist für uns kein Zuschussgeschäft, es sind feste Einnahmen für uns“, sagt Schaarwächter, auf dessen Initiative die Bühnenflatrate im Jahr 2014 eingeführt wurde. Pro Reservierung bekommen Studenten auch eine Begleitkarte, mit der sie Bekannte und Freunde mitnehmen können.

Enno Schaarwächter hatte vor Jahren in einer Theaterzeitung von einer Flatrate in Bochum gelesen und war begeistert. „Es steht in keiner Weise zur Debatte, das Angebot nicht weiterlaufen zu lassen“, sagt auch Markus Wessels, Vorsitzender vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) der Uni. Der Probevertrag für das Angebot war Anfang 2016 auf unbestimmte Zeit verlängert worden. Ein ähnliches Projekt gebe es jetzt auch an der Uni Duisburg-Essen. Ein Zeichen für Wessels, dass die Aktion auch bei anderen Studierenden gut ankommt. Wessels, der seit Mitte Juli die Studenten vertritt, nutze die Karte mindestens einmal pro Jahr.

Dabei habe er eine Vorliebe für das Theater. „Engels and Friends“ sei beispielsweise ein persönliches Highlight für ihn gewesen.