Werbegemeinschaft „W.I.R“ hat einen neuen Vorstand

Stadtteilentwicklung : Werbegemeinschaft „W.I.R“ hat einen neuen Vorstand

Verein will an Problemen im Stadtteil arbeiten und gute Arbeit fortsetzen.

Mit einem zum Teil neu formierten Vorstand und frischem Elan will die Werbegemeinschaft W.I.R in Ronsdorf, die derzeit 70 Mitgliedsbetriebe vertritt, aufgetretenen Problemen zu Leibe rücken und getreu dem Motto „Unser Ronsdorf liegt uns sehr am Herzen“ das Dasein in dem lebendigen Ortsteil weiter verbessern und für eine noch ausführlichere Kommunikation sorgen.

Auf diesem Gebiet hat W.I.R schon einiges geleistet, wie beispielsweise 2005 die Einführung der Ronsdorfkarte, mit der die heimische Wirtschaft gestärkt werden soll. „6300 Karten sind derzeit im Umlauf“, berichtet die neue Vorsitzende Marion Ströker (Autoteile Ströker) und erläutert, dass bei den 26 teilnehmenden Unternehmen für jeden bezahlten Euro ein Cent mithilfe der Ronsdorfkarte rückvergütet wird. „Das kommt sehr gut an“, weiß Antoinette Jakobitz (Albert Schweitzer/ Hirsch-Apotheke), die dem Vorstand weiterhin als Kassiererin angehört. Und Günter Andereya, der auch Vorsitzender des dortigen Bürgerbus-Vereins ist, bestätigt: „Fahrten im Bürgerbus kann man nur mit der Ronsdorfkarte bezahlen.“

Die Zahl der Leerstände ist
von 25 auf 17 gesunken

Ein Trumpf auf dem Gebiet der Kommunikation ist sicherlich der „Ronsdorfer Feierabend“, der den Zweck hat, die Menschen im Stadtteil zusammenzuführen. Ronsdorferinnen und Ronsdorfer treffen sich da zwanglos mit Handwerkern, Geschäftsleuten, Nachbarn und Gastronomen, kommen ins Gespräch und können vielfältigen Nutzen aus diesen regelmäßigen Zusammenkünften ziehen. Das letzte Treffen fand erst kürzlich im Bürgerbüro statt.

„Die bisherigen Aktivitäten wie den Wunschzettel, den Weihnachtsmarkt oder das Weihnachtbaumschmücken behalten wir natürlich bei“, sagt Christoph Tölle (Sign Text DieSignCompany GmbH), 2. Vorsitzender der Werbegemeinschaft, und Marion Ströker ergänzt: „Dass diese Aktivitäten vor allem bei den Kindern so großen Anklang finden, freut uns natürlich besonders.“

Doch es gibt auch einiges, das die Werbegemeinschaft mit Sorgen erfüllt. So der Leerstand im Stadtgebiet. „Zum Glück sind wir von dem Höchststand von 25 leeren Ladenlokalen wieder auf 17 herunter“, so Christoph Tölle, und Tom V. Kortmann weist darauf hin, dass man wegen der leer stehenden Ladenlokale mit den Hausbesitzern spricht und zu ergründen versucht, weshalb die Räume nicht mehr mit Leben erfüllt sind. „Waren eventuell die Mieten zu hoch?“ ist dabei eine der anstehenden Fragen. „Wichtig ist, dass die Schaufenster nicht zugeklebt werden. Das gibt ein deprimierendes Bild ab“, ist man sich in der Runde einig und will versuchen, mehr junge Menschen und Künstler in die City zu bekommen, die helfen können, die Leerstände zu minimieren.

Man ist sich aber auch klar darüber, dass in Ronsdorf nicht alle Kundenwünsche erfüllt werden können. „Ein Herrenausstatter mit anspruchsvollem Angebot fehlt hier seit Jahren“, weiß Günther Andereya. Ärgernisse, deren Beseitigung jedoch eher Sache der Politik sind, werden aufgezählt: „Die Bushaltestelle in der Innenstadt ist einfach schlecht, weil sie den Verkehr ebenso gefährdet wie die Menschen, die ein- und aussteigen“, wird angeführt und auch, dass man deshalb schon beim Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes und der Bezirksvertretung vorstellig geworden ist.

Mit Verärgerung hat man auch zur Kenntnis genommen, dass die Stadt sich weigert, an der Elias-Eller-Straße einen Zebrastreifen zu installieren und eine Tempo-30-Zone einzuführen. „Da muss sich etwas ändern“, fordert Marion Ströker. Diesbezüglich setzt W.I.R. darauf, dass das bis spätestens 2020 geschieht, denn dann feiert Ronsdorf sein 275-jähriges Bestehen als Stadt.

Bei den erst im Grundriss geplanten Feiern setzt man auf den für Ronsdorf typischen Zusammenhalt und die vorbildliche Zusammenarbeit mit dem Ronsdorfer Heimat- und Bürgerverein, der Bezirksvertretung und den übrigen Vereinen im Stadtteil. „Da freuen wir uns auf ein ereignisreiches Jahr“, sagt Marion Ströker voller Optimismus.

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