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Wer für Flüchtlinge gebürgt hat, darf jetzt nicht im Regen stehen

Kommentar : Helfer brauchen Hilfe

Wer als Lebensretter ausgebildet wird, der lernt, dass die Rettung eines Ertrinkenden nur dann gelingen kann, wenn der Retter sich bei seiner Rettungsaktion zunächst selbst vor dem Untergang schützt.

Mit dem Wunsch, Menschen vor Tod und großem Leid zu bewahren, haben mindestens 43 Wuppertaler ohne Rücksicht auf Konsequenzen für das eigene Hab und Gut Bürgschaften für Flüchtlinge abgegeben. Einer dieser Bürgen steht nun mit mehr als 40 000 Euro in der Kreide. Sein Verhalten kann man naiv nennen, aber man kann es auch als Beispiel für Selbstlosigkeit sehen. In der Flüchtlingspolitik hat sich der Wind gedreht, daher darf man gespannt sein, welche Parteien sich für die Helfer, sprich Bürgen, stark machen werden. Es wäre ein fatales Signal, wenn die Zahlungsaufforderungen tatsächlich vollstreckt würden. Mit großer Sicherheit war es nicht allein die obere Mittelschicht im Lande, die für die Menschen aus Syrien in der Not eingesprungen ist. Es würde sicher auch Menschen treffen, deren Herz größer als der Geldbeutel ist. Diese Helfer brauchen Hilfe.