Wuppertal-Barmen: Wenn im Pfarrhaus der Rubel rollt

Wuppertal-Barmen : Wenn im Pfarrhaus der Rubel rollt

Das Laienspiel Joba startet den nächsten Angriff auf die Lachmuskeln. Am 3. Oktober ist Premiere.

Wenn eine Aerobic-Lehrerin (Jana Puskareva) in der guten Stube eines Bayerischen Pfarrhauses einen schüchternen älteren Herren (Josef Leschik) rund um den Esstisch jagt, bis sich der Ärmste hoch auf die Sitzbank flüchtet - dann haben sich die Dinge in der beschaulichen kleinen Gemeinde bereits weit von der alpenländischen Normalität entfernt. Alles hatte damit angefangen, dass sich Pfarrer Alfons (Thomas Kaschny) immer kreativere Wege einfallen lässt, um auf Teufel komm raus an Geld zu kommen. Die Kirche muss dringend restauriert werden. Was also tun?

Die Proben sind
auf der Zielgeraden

Das Joba-Laienspiel hat sich diesmal für das Lustspiel „Dem Himmel sei Dank“ von Bernd Gombold entschieden. Die Proben im Saal an der Normannenstraße gehen auf die Zielgerade. „Heute Abend haben wir uns einzelne Szenen rausgesucht, an denen wir noch besonders arbeiten müssen“, sagt Christel Simon. Im Stück ist sie als die Handarbeitslehrerin Heidemarie zu sehen. Für Puskareva und Leschik wird es sportlich: Immer wieder müssen sie die Jagd um den Tisch antreten. Bis endlich das Timing richtig sitzt.

Nicht genug, dass der biedere Herr Pfarrer zur Rettung seiner Kirche schwarz gebrannten Schnaps verkauft, nächtliche Zockerrunden veranstaltet und die vielen Zimmer im Pfarrhaus vermietet. In die dann bunte Vögel und leicht seltsame Gestalten einziehen. Es kommt, wie es sich für das Genre gehört, zu so mancher Verwechslung. Und auch beim Thema Liebe bleibt es nicht bei allgemeiner Nächstenliebe. Uschi (Marie Klaar) muss jedenfalls am Ende doch nicht ins Kloster und bekommt ihren Siggi (Verena Lübbe). Der übrigens von ihrer ehrgeizigen Mutter, der Vorsitzenden des Gemeinderats (Bernadette Gumbiomski), für den Domkapitular Dr. Jüngling (Beate Litzba) gehalten wird. Der soll den Gerüchten um merkwürdige Vorkommnisse in der Gemeinde nachgehen …

Damit ist aber nur ein Teil der Figuren und Verwirrungen erwähnt. Gombold kennt sich nicht nur mit kleinen Gemeinden aus, ist er doch Bürgermeister von Inzigkofen, das keine 3000 Einwohner hat. Er kennt auch das Laientheater, und zwar seit seiner Jugend. Zehn Jahre hat er selbst auf der Bühne gestanden. Und seit 1990 schreibt er Stücke. Richtig viele sind es mittlerweile geworden.

Wer nun wissen will, wie alles zu einem guten Ende kommt, warum Pfarrer Alfons zum Schluss „dem Himmel sei Dank“ sagen kann, der wird sich beeilen müssen. Die Premiere ist auverkauft, Restkarten gibt es für weitere Termine.