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Wenn Gold und Silber altern

Wenn Gold und Silber altern

Isabelle Sedeka stellt ihre Werke in der Galerie Kunstkomplex aus.

Es mag schwierig geworden sein, sich angesichts der Flut an gegenstandsloser Malerei von durchschnittlichen Werken abzusetzen. Sich durch Technik oder durch besonders berührende ästhetische Sprache, somit durch eine den Betrachter auf außergewöhnliche Art in einen emotionalen oder auch rationalen Dialog hineinziehende Wirkung, von anderen Künstlern abzuheben, gelingt nicht vielen.

Der Polin Isabelle Sedeka gelingt es — und das auf sehr elegante Weise. Sind ihre Werke auch eher leise, auf den ersten Blick ganz minimalistische Monochrome in kleinen bis mittleren Formaten, mit einer leicht „verunreinigten“, somit reizvoll aufgebrochenen Oberfläche, so faszinieren sie den Betrachter sofort.

Einerseits durch ihre samten schimmernde, auch mal versteckte Ornamentik in sich bergende, Oberfläche, andererseits aber auch durch eine in sich ruhende gedeckte Farbigkeit. Das Geheimnis ist korrodiertes Metall, angelaufen, durch unzählige Schichten auf Leinwand miteinander in Beziehung gesetzt, durch Acryl und Öl farbig aufgeladen und verdichtet.

Sedeke verwendet hierzu eine alte Restaurationstechnik, die sie weiterentwickelt hat. Sie schichtet Edelmatte wie Gold, Silber und Kupfer, lässt sie durch Chemikalien altern. Dahinter stehe die Idee, Techniken aus sakraler Kunst herauszuheben, in zeitgenössischen Kontext zu transportieren, wie von Galeristin Nicole Bardohl zu erfahren war.

Erneut hat jene mit ihrer Elberfelder Galerie Kunstkomplex ein perfektes Gespür für außergewöhnliche Kunst bewiesen. Dort sind die Werke der Berliner Künstlerin, die an der Accademia di belle arti di Brera Mailand und an der Accademia di belle arti di Venezia studierte und neben Europa schon in Miami und Tokyo zu sehen war, nun unter dem Titel „Gold & Pink“ zu sehen.

Doch gibt es in der Galerie auch ein Hinterzimmer - und eine so benannte Reihe, die jungen Künstlern die Möglichkeit gibt ihre Werke zu zeigen. Zur Zeit die Arbeiten der Wuppertaler Studentin Lisa Wisse. Fleischige, faltige, überaus plastisch gemalte zusammengedrückte Münder - etwas verstörend, aber hoch expressiv.

“ Ausstellung bis 24. November: Isabelle Sedeka, „Gold & Pink“ Galerie Kunstkomplex Hofaue 54, Wesendonkstr. 12 Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 12 bis 19 Uhr, am Wochenende nach Vereinbarung.