Dr. Kummrows Zoogeschichten: Wenn es Tuffi in Wuppertal zu heiß wird

Dr. Kummrows Zoogeschichten : Wenn es Tuffi in Wuppertal zu heiß wird

Das sommerliche Frühjahr hatte dem Elefantenbaby zugesetzt. Eine Pause brachte es wieder auf die Beine.

Wuppertal. Als Elefantenmädchen Tuffi einige Wochen alt war, war die Aufregung groß, als die Kleine plötzlich wässrigen Durchfall hatte. Zwar wird ein Elefantenbaby mit knapp 100 Kilogramm geboren und legt in den ersten Monaten ein gutes Kilogramm pro Tag an Gewicht zu, aber ein Durchfall über mehrere Tage kann auch einem solchen Babykoloss gefährlich werden. Tuffi war nicht mehr die kleine, quirlige Prinzessin, sondern hielt sich plötzlich abseits von der Gruppe, konnte mit ihrer Mutter und den Tanten kaum mehr mithalten und erschien geschwächt.

Untersuchungen auf Darmparasiten und bakterielle Infekte ergaben keine Resultate. Zu der Zeit erlebte Wuppertal aber einige ungewöhnlich heisse Frühsommer-Tage und der Zoo war voller Besucher. Die Elefanten waren viel draussen unterwegs und Tuffi war tagelang mit der Herde über die Anlage gesaust. Die Tierärzte beschlossen, dem kleinen Wirbelwind eine Zwangspause zu verschreiben und die Herde mehrmals täglich für kurze Zeit im kühlen Gebäude mit Futter und unter Ausschluss der Besucher ausruhen zu lassen. Tuffi nahm die Pause dankend an, ruhte sich im Heu aus und machte tiefe Mittagschläfchen. Schon nach zwei Tagen schien sie wieder munterer und mit den wiederkehrenden Kräften kam auch das Spielverhalten wieder zurück. Auch wenn der aktuelle Sommer es kaum glauben lässt: In Wuppertal wird es sogar manchmal Afrikanischen Elefantenbabys zu heiß.

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