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Weltneuheit:
Die Schwebebahn 2.0

Weltneuheit:
Die Schwebebahn 2.0

Ein Neuseeländer plant eine Schwebebahn mit Pedal-Antrieb für Metropolen mit chronischem Verkehrsstau. Das Vorbild kommt aus Wuppertal.

Wuppertal/Neuseeland. Selbst Neuseeländern ist die Wuppertaler Schwebebahn ein Begriff. Der Beweis dafür heißt Geoffrey Barnett. Er hat für den Neuseeländischen Vergnügungspark Rotorua eine Fahrrad-Schwebebahn entwickelt. Nicht nur der Name erinnert an das Wuppertaler Vorbild: "Shweeb".

Zufall ist das nicht. Barnett erklärt: "Es stimmt, die Schwebebahn hat mich zu dem Namen inspiriert." Daraus wird auf der Teststrecke auch kein Geheimnis gemacht. Der Erfinder sagt: "Wir spielen sogar Musik der Bands ,Neu!’ und ,Kraftwerk’ an der Bahn, um der Verbindung mit Deutschland zu würdigen." Selbst getestet habe Barnett das Vorbild in Wuppertal noch nicht: "Ich war noch nie dort, habe aber alles über die Schwebebahn gelesen und kann es kaum abwarten, vorbeizukommen und damit zu fahren."

Das Prinzip von Shweeb unterscheidet sich allerdings von der heimischen Schwebebahn. In Neuseeland treten die Fahrgäste in Einzelkabinen selbst in die Pedale. Die Aerodynamik der Wagen soll es dabei laut Hersteller ermöglichen, dass auch weniger sportliche Fahrer mit 25Stundenkilometern über die Strecke flitzen können.

Schwebende Fahrräder - so futuristisch die Idee klingt, Barnett kam nicht als Erster auf diesen Gedanken. Der Erfinder der Schwebebahn, Eugen Langen, entwickelte bereits um 1894 ein hängendes Einschienen-Fahrrad. Dieses sah nur noch nicht so modern aus wie die Schwebekapseln aus dem 21. Jahrhundert und sollte auch nie dem Massentransport dienen. Langen benutzte das Fahrzeug, um Inspektionen auf dem Schwebebahn-Testgelände in Köln-Deutz durchzuführen.

Die Erfindung aus Deutschland kennt auch Barnett. Der Neuseeländer erklärt: "Ich entdeckte 2003 Informationen über das hängende Fahrrad von Eugen Langen im Internet. Einige Jahre, nachdem ich mit dem Design von Shweeb begonnen hatte."

Wenn es nach Barnett ginge, würde bald überall auf der Welt unter Schienen geradelt werden. Aus Shweeb soll mehr werden, als eine Attraktion im Freizeitpark. Den Entwicklern schwebt ein Massenverkehrsmittel vor, dass in großen Städten die Straßen entlasten soll.

Science-Fiction? Der Suchmaschinenriese Google zeigt zumindest unzweifelhaftes Interesse an der Shweeb: Eine Million Dollar investierten die Amerikaner. Damit will "Shweeb Holdings" die erste Demo-Teststrecke zum echten Personentransport realisieren. Pläne, das innovative Verkehrskonzept auch nach Deutschland zu bringen, gibt es laut Geoffrey Barnett aber noch nicht.

Michael Malicke, Schwebebahn-Chronist bei den Wuppertaler Stadtwerken, findet die Erfindung aus Neuseeland witzig. "Nettes Spielzeug", sagt er. Doch als Massentransportmittel für Wuppertal kann er sich das Ganze noch nicht vorstellen: "Ich denke, da schwitzt man doch schon ganz schön in diesen Plexiglas-Kapseln. Wuppertal hat zu viel Steigung und Gefälle."