Weitere Kritik an Haldenerweiterung in Wuppertal

Kalkwerke : Weitere Kritik an Haldenerweiterung der Kalkwerke in Osterholz

Initiative lädt zu zweitem Waldspaziergang ein.

. Sie sorgt weiter für viel Diskussionsstoff. Die geplante Haldenerweiterung der Kalkwerke Oetelshofen stößt bei Anwohnern und Umweltschützern auf Kritik. Hintergrund ist die dafür vorgesehene Rodung von rund fünf Hektar Waldfläche im Gebiet Osterholz. Oetelshofen verweist auf die Notwendigkeit der Maßnahme für den Weiterbetrieb des mittelständischen Familienbetriebs. Die Gegner sehen in der Rodung dagegen einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Natur. Ihnen reichen die angekündigten Ausgleichsmaßnahmen des Unternehmens in Form von Aufforstungen nicht aus. Besonders groß ist der Unmut bei der Initiative „Osterholz Bleibt“. Sie hat bereits eine Infoveranstaltung und einen Waldspaziergang im betroffenen Gebiet organisiert. Daran beteiligten sich unter anderem auch Aktivisten der Hambacher Forst Bewegung mit Transparenten und Kletteraktionen. Am Rande des Waldspaziergangs gab es laut Mettmanner Polizei eine Ingewahrsamnahme zwecks Feststellung der Personalien. Die Initiative betont aber, dass ihr einem friedlichen Protest gelegen sei.

„Wir wollen nicht Krawall machen, sondern uns auf seriöse Weise für dem Erhalt der Bäume einsetzen“, sagt Sprecherin Marjolein Schlüter. Gleichwohl greift die Initiative das Unternehmen in einem offenen Brief scharf an. Neben der Rodung des Waldes kritisiert sie darin eine teilweise Befeuerung der Kalkbrennöfen mit Braunkohlestaub. „Unserer Meinung nach trägt die Firma Oetelshofen dadurch auch eine Mitverantwortung für die größte Umweltzerstörung, die es in Nordrhein-Westfalen gibt“, heißt es in dem Schreiben. „Osterholz bleibt“ bietet den Kalkwerken im offenen Brief einen Gesprächstermin an, zu dem auch Medienvertreter eingeladen werden sollen. Die Bereitschaft dazu hält sich bei Oetelshofen allerdings in Grenzen. „Wir haben derzeit keinen öffentlichen Redebedarf mit der Initiative“, sagt Mitgeschäftsführer Moritz Iseke. Es gebe aber einen konstruktiven Austausch mit der Politik und der Haaner Friday for Future Bewegung.

Am Sonntag ist Treffpunkt
an der Grube 7

Die Vohwinkeler Grünen-Fraktion spricht sich für einen Ausgleich der Interessen aus und begrüßt die Aufforstungsmaßnahmen der Kalkwerke. Dagegen vermisst die Haaner Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan (WLH) die Prüfung von Alternativen zur Haldenerweiterung. „Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um ein Abholzen des Waldes auf Haaner Stadtgebiet zu verhindern“, sagt Fraktionsvorsitzende Meike Lukat. Für den morgigen Sonntag lädt die Initiative Osterholt Bleibt erneut zu einem Waldspaziergang ein. Treffpunkt ist um 13 Uhr der östliche Wanderparkplatz Grube 7, Nähe Kreuzung Hahnenfurther Weg – Habbach. ebi

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