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Weihnachtsmarkt in Wuppertal: Viele Händler haben aufgegeben

2021 steht noch in den Sternen : Weihnachtsmarkt in Wuppertal: Viele Händler haben aufgegeben

Schausteller und Veranstalter hoffen, dass ihre Planungen in diesem Jahr wieder umgesetzt werden können. Einige mussten jedoch aufgeben.

Gibt es 2021 wieder einen Weihnachtsmarkt – oder nicht? Die Entscheidung kann noch nicht getroffen werden, zu viel hängt vom weiteren Pandemieverlauf und den entsprechenden Maßnahmen ab. Doch bei einigen Veranstaltern sind die Planungen schon recht weit, andere möchten erst kurzfristig entscheiden.

„Der Optimismus stirbt ja nicht aus“, sagt Thomas Schütte, Geschäftsführer der Firma Grandezza Entertainment aus Essen, die den Elberfelder Weihnachtsmarkt organisiert. Er würde lieber einen schönen Markt planen und im Zweifelsfall absagen, als am Ende keinen Markt zu haben, obwohl er möglich gewesen wäre.

„Wir sind aktuell mitten in der Händler- und Betreiberakquise“, es gebe schon relativ viele Zusagen und Vorverträge, berichtet er. Doch einige Buden-Betreiber hätten aufgeben müssen: „Ich würde sagen, so 20 Prozent der Händler machen jetzt etwas anderes“, sagt Schütte.

Normalerweise kaufen sie mit den Einnahmen von Stadtfesten und Gartenmärkten ihre Waren für den Weihnachtsmarkt, doch viele Veranstaltungen sind pandemiebedingt ausgefallen. Die meisten hatten seit dem Weihnachtsmarkt 2019, also seit anderthalb Jahren, keine oder nur geringe Einnahmen. „Sie müssen jetzt die Waren disponieren, jetzt entscheiden, was sie für den ganzen Weihnachtsmarkt kaufen an Kerzen, Christbaumkugeln und anderen Waren. Sie tun sich mit solchen Entscheidungen schwer, bleiben unter Umständen darauf sitzen.“

Buden, die Essen anbieten, hätten es da etwas leichter, schätzt Schütte ein. Ob und wie viele Bratwürste man einkauft, könne und müsse man kurzfristiger entscheiden. Normalerweise gebe es Vorverträge im Spätsommer, manchmal auch schon im Frühjahr. Je eher, desto besser, sagt Michael Petersen, Sprecher des Wuppertaler Schaustellervereins: „Das braucht immer seine Vorlaufzeit.“ Er berichtet, dass die unsichere Situation belastend sei. „Schon im vergangenen Jahr gab es keine Weihnachtsmärkte, die aber bei manchen Schaustellern rund 30 Prozent der Jahresumsätze ausmachen.“

Vom finanziellen Aspekt abgesehen fände er es schade, wenn keine richtige Stimmung aufkommt. „Ohne Weihnachtsmärkte ist es keine richtige Vorweihnachtszeit. Das war im letzten Jahr doch wie ein trister Januar-Tag. Es wäre schade, wenn es wieder dunkel bleiben würde in der Innenstadt.“

Das sieht auch Thomas Helbig so, Geschäftsführer der ISG Barmen-Werth und Vorstandsmitglied der IG City-Barmen: „Zur Weihnachtszeit gehören einfach Buden, ein Glühwein mit Freunden, und ein Weihnachtsmann, der Kindern Geschichten vorliest.“ Der Barmer Weihnachtsmarkt sei „eine richtig traditionsreiche und schöne Veranstaltung, auf dem Rathausvorplatz und mit den Lichterkugeln.“

Frage der Umzäunung beschäftigt die Barmer

Auch für die Geschäfte der Händler in der Fußgängerzone sei das wichtig, die Atmosphäre schaffe erst die Stimmung, in der man gern Geschenke oder eine Winterjacke kaufe. Die Menschen würden länger in der Innenstadt verweilen, sich gegenseitig Angebote in den Geschäften empfehlen.

Michael Müller von der Interessengemeinschaft Schausteller, die den Barmer Weihnachtsmarkt organisiert, sagt: „Wir planen jeden Tag, aber eigentlich kann man nichts planen, weil wir nicht wissen, ob das überhaupt stattfinden wird.“ Solange die Maßnahmen nicht klar sind, wisse er nicht, ob das Gelände umzäunt werden muss, wie viele Stände er mit welchen Abständen aufstellen lassen darf, und ob sich die Organisation dann finanziell überhaupt lohnen könnte.

Um große Einnahmen sei es bei dem kleinen Weihnachtsmarkt am Toelleturm noch nie gegangen, heißt es vom Barmer Verschönerungsverein. Man habe noch nicht angefangen, etwas zu planen, zu unsicher sei die Situation. Das Schloss Lüntenbeck hingegen kündigt auf der Internetseite bereits einen Weihnachtsmarkt an.