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Wegen Coronavirus: Nur 950 Zuschauer dürfen Boxgala in Wuppertal sehen

Virus : Boxgala: Nur 950 Zuschauer dürfen rein

Corona: Sportveranstalter versucht, Absage zu vermeiden. Das gilt auch für WSV und BHC.

Die Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmer aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus abzusagen, beschäftigt auch den Sport in Wuppertal. Die NRW-Meisterschaften der Masters-Schwimmer im Leistungszentrum waren vom Verband bereits vorab abgesagt worden, obwohl dort sicher keine 1000 Menschen zusammengekommen wären. Kurzfristig abgesagt wurden von der DLRG an gleicher Stelle die für Mitte April geplanten Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen .

Reagiert hat am Montag der Berliner Boxstall Agon Sports, der am 21. März in der Bayer-Halle seine Boxgala mit dem Wuppertaler Lokalmatador Vincenzo Gualtieri und internationalen Kämpfen seiner Stars Jack Culcay und Björn Schicke unbedingt stattfinden lassen will. „Wir setzen alles daran, werden aber die Zuschauerzahl auf 950 begrenzen“, teilte Agon-Sprecher René Lorenz am Montag mit. Damit beziehe man sich auf die Aussage von Jens Spahn, der sich am Montag auch die Stadt Wuppertal angeschlossen hat. „Sollte es andere Entwicklungen geben, etwa die Stadt Veranstaltungen verbieten, wären wir natürlich machtlos“, so Lorenz, der schon mehrere Anrufe besorgter Boxfans erhalten habe. Aktuell seien rund 700 Tickets verkauft.

Betroffen sein von der 1000er-Grenze könnte auch der Wuppertaler SV, der am nächsten Samstag sein nächstes Sechs-Punkte-Spiel im Abstiegskampf der Regionalliga gegen den SV Lippstadt hat und den Lauf nach dem 2:0 gegen Haltern vom vergangenen Samstag nutzen möchte. Da waren es bekanntlich 1762 Zuschauer gewesen. „Selbstständig werden wir keine Spiele absagen. Wir warten ab, ob den Empfehlungen von Herrn Spahn generelle Anordnungen von Gesundheitsbehörden und Städten folgen“, sagte Roland Leroi, Sprecher des Westdeutschen Fußballverbands, der für den Spielbetrieb der Regionalliga West zuständig ist. Ob auch Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder mit Zuschauerbegrenzung infrage kommen, seien Fragen, zu deren Beantwortung man die weitere Entwicklung abwarten müsse.

Fußball- wie auch Handball-Bundesliga haben dabei schon erklärt, dass die laufende Spielzeit zu Ende gespielt werden müsse, was ja dann übersetzt auch Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit bedeuten könnte. „Klubs der ersten und zweiten Bundesliga werden sich an ihren Standorten mit den zuständigen Behörden möglichst eng und kontinuierlich abstimmen“, heißt es von der HBL. Was das für die Partie von Handball-Bundesligist Bergischer HC gegen Leipzig am 19. März in der Uni-Halle heißt? „Das liegt nicht in unserer Hand, sondern bei den Gesundheitsämtern“, sagte BHC-Geschäftsführer Jörg Föste am Montag. Nach Lage der Dinge gehe er derzeit aber fest davon aus, dass das Spiel ganz normal stattfinden werde. Im Vergleich zu 70 000 Zuschauern bei Fußballspielen seien 2500 in der Uni-Halle doch wohl eher als Grauzone zu sehen. „Die Idee von Gesundheitsminister Spahn, eine Grenze bei 1000 Zuschauern zu setzen, ist willkürlich“, so Föste. Weisungsbefugt seien nur die Gesundheitsämter vor Ort und von dort habe noch niemand den Kontakt zum BHC aufgenommen. gh

(gh)