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Wechsel an der Spitze des Wuppertaler Bayer-Standortes

Unternehmen : Timo Fleßner sieht Chancen in der Krise

Mit Zuversicht im Hinblick auf die Entwicklung des Bayer-Standortes Wuppertal hat Timo Fleßner (49) am 1. Mai die Nachfolge von Holger Weintritt (50) angetreten. Holger Weintritt gibt die Standortleitung ab und wird sich auf seine Aufgaben als global verantwortlicher Leiter der Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe konzentrieren, während Timo Fleßner den Standort durch die Corona-Pandemie führen soll.

Die Krise biete Chancen für den Standort Wuppertal, der als einer der traditionsreichsten und größten integrierten Standorte in der Pharmabranche die Bereiche Forschung, Entwicklung, Produktion, Chemie und Biotechnologie vereine. Fleßner und Weintritt weisen gemeinsam auf die wachsende Bedeutung der Entwicklung innovativer Medikamente hin. Fleßners Ziel ist, die Expertise der Mitarbeiter im Forschungszentrum Aprath und im Werk an der Wupper einzusetzen, um innovative Produkte noch schneller zu entwickeln. Die Produktion der Wirkstoffe laufe in Coronazeiten in Wuppertal zu hundert Prozent weiter, Forschung werde unter Wahrung der Schutzauflagen uneingeschränkt betrieben.

„Die Personalsituation ist stabil“, sagt Timo Fleßner zu den Aussichten für die 3100 Bayer-Mitarbeiter am Standort. Im Verwaltungsbereich werde Homeoffice fortgeführt. „Wie es weitergeht, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden, so lange warten wir ab.“ Holger Weintritt betont die Bedeutung des Standortes für die Bayer AG. Als weltweit die Grenzen geschlossen wurden, rückte stärker ins Bewusstsein, wie wichtig die Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffen im eigenen Land ist.

Weintritt ist überzeugt, dass mit Timo Fleßner ein Nachfolger gefunden worden ist, der die Unternehmenskultur fortführen wird. Dafür spricht, dass Fleßners Werdegang wie maßgeschneidert für die neue Aufgabe zu sein scheint. Zuletzt leitete er den Bayer-Standort in Bergkamen. Die Standorte Wuppertal und Bergkamen produzieren zusammen rund 75 Wirkstoffe.

Seit 20 Jahren ist Fleßner für den Bayer-Konzern tätig. Nach seinem Chemiestudium und seiner Promotion stieg er in Leverkusen und dann auf Aprath in die Pharmaforschung ein. Zwei Jahre arbeitete er in Berlin - pendelte von und nach Wuppertal. Es folgten vier weitere Jahre auf Aprath. Von 2011 bis 2017 leitete Fleßner in Wuppertal die chemische Entwicklung. „Das war ein sehr, sehr spannender Job.“ 2017 folgte die Übernahme des Werks in Bergkamen - auch in dieser Zeit blieb er Wuppertal als Pendler treu. Mit seiner Familie wohnt er seit zehn Jahren in Dönberg. „Wir lieben die Stadt und schätzen sie wegen des großen Miteinanders und der Diversität.

Timo Fleßner ist überzeugt, dass die aktuelle Konzentration auf das Coronavirus die Forschung und Entwicklung von Medikamenten nicht bremst. Im Gegenteil sei zu beobachten, dass die Nachfrage nach Medikamenten steige. „Ich denke, dass viele Menschen gerade jetzt die Bedeutung der Pharmazie zu schätzen wissen“, so Fleßner.