WDG: Helle Räume warten auf die Schüler

Bildung: WDG: Helle Räume warten auf die Schüler

Derzeit laufen die letzten Arbeiten am Dörpfeld-Gymnasium. Im Januar will die Schule umziehen.

An vielen Stellen wird noch gewerkelt, aber große Bereiche sind fertig: Im sanierten Gebäude des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums auf dem Johannisberg soll in der Woche nach den Weihnachtsferien der Betrieb starten. Auf die Schulgemeinde wartet ein runderneuertes Haus mit ganz neuer Raumaufteilung.

Die Schule war das Pilotprojekt für ein Vorgehen, das das Gebäudemanagement inzwischen bei allen Schulsanierungen anwendet: Bevor die Baufachleute loslegen, diskutieren sie mit den Pädagogen, was für ein Konzept sie in der Zukunft verfolgen wollen, was für Räume sie dafür brauchen. So war es am WDG, als 2012 klar war, dass eine umfassende Sanierung nötig ist. „Das hat so viel angestoßen“, berichtet Schulleiterin Claudia Schweizer-Motte begeistert.

Seither ist nicht nur das Gebäude von Schadstoffen befreit, energietechnisch aufgerüstet und der Brandschutz auf Stand gebracht. Auch die Schule selbst, die während der Bauzeit auf der Hardt ihr Domizil hatte, hat sich weiterentwickelt: „Wir sind Schule ohne Rassismus geworden, Mint-EC-Schule, haben unser Programm der Verantwortung aufgelegt, wir sind Ganztagsschule und kehren zu G9 zurück“, zählt Claudia Schweizer-Motte auf. „Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.“

Zu den auffälligsten Veränderungen im Gebäude gehört die neue Raumaufteilung in „Jahrgangswohnungen“: Je ein Jahrgang erhält einen eigenen Bereich, bestehend aus drei Stamm-Räumen für die drei Klassen sowie einer gemeinsamen Kommunikationsfläche, die mit Tischen und Sitzmöbeln ausgestattet wird. Hier kann Gruppenarbeit stattfinden, hier können einzelne Schüler(-gruppen) spezielle Aufgaben erledigen, während ihre Mitschüler weiter im Stamm-Raum arbeiten. Jeden Bereich dürfen auch jeweils nur die Schüler des zugehörigen Jahrgangs betreten – die Schüler sollen sich mit ihrem Bereich identifizieren.

Noch sind die Flächen leer, aber trotz des dunklen Bodens sind die Räume hell. Auch der ehemalige Flurbereich, der jetzt Kommunikationsfläche ist, bekommt durch große Fenster Tageslicht. Türverblendungen und Fußleisten aus Eichenholz geben den weißen Wänden einen freundlichen Anstrich. Farbakzente setzen einzelne Wände und Türen: von Hellbraun in den unteren Etagen wandelt sich die Farbe über Grün bis zu einem kräftigen Blaugrün. Jede Stufe wird ihre Farbe haben. Extra schalldichte Fenster halten jeden Straßenlärm draußen.

Wichtige Neuerung ist auch die „neue Mitte“ im Zentrum der drei Gebäudeflügel: Durch das Auffüllen einer Gebäudelücke entstand im Erdgeschoss ein großzügiger Raum, der Mensa, Cafeteria und Eingangsbereich ist. Er kann von beiden Seiten betreten werden – die Schule wird künftig zwei Haupteingänge haben.

Neue Fachräume für die
Naturwissenschaften

Auf die Schüler warten neue Fachräume für die Naturwissenschaften, nicht mehr getrennt nach Chemie, Physik und Biologie. Im Extra-Schülerlabor können Schüler sich zum Beispiel auf Wettbewerbe vorbereiten. Im Selbstlernzentrum wird es Bücherregale und eine gemütliche Leseecke geben. Im Untergeschoss liegen die Schülerbüros zum Beispiel für die Schülermitverwaltung, Streitschlichter und Medienscouts.

Sie werden direkt auf die Schulgärten blicken, die am Hang davor geplant sind – jede Stufe soll einen großen Betonkasten für sich bekommen. „Hängende Gärten des WDG“ nennt Claudia Schweizer-Motte die Idee. Auf dem zugehörigen Außengelände sind ein Sportfeld mit Basketballkörben, eine Boulderwand und eine Bühne im Hang geplant. Das Außengelände Richtung Sparkasse bleibt nach außen geöffnet, hier sollen Bänke zum Verweilen einladen.

Schüler und Lehrer fiebern dem Umzug entgegen, sagt Claudia Schweizer-Motte. Nach der langen Arbeit am Konzept freuten sich alle, das Gebäude in Besitz zu nehmen – auch wenn die Handwerker in den ersten Wochen noch einige Restarbeiten erledigen werden.

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