Freizeit Was Wuppertaler 2024 im Botanischen Garten erleben können

Der Botanische Garten auf der Hardt lädt zu einem bunten Veranstaltungsprogramm ein.

Der Botanische Garten lädt 2024 zu vielfältigen Veranstaltungen ein.

Der Botanische Garten lädt 2024 zu vielfältigen Veranstaltungen ein.

Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

In den kühleren Monaten wärmen Vorträge aus südlichen Gefilden das Gemüt, bevor im Frühjahr wieder die Führungen beginnen: Das neue Jahresprogramm des Botanischen Gartens lädt auch in diesem Jahr zu vielen Veranstaltungen ein.

Klassiker sind die allgemeinen Führungen an den Sonntagen, die seit März wieder laufen, und die monatliche Pflanzenberatungszeit mit den Garten-Profis, die viele hilfreiche Tipps für Hobby-Gärtner haben. Lichtbilder-Vorträge aus allen Teilen der Welt ergänzen den Eindruck von exotischer Flora. Der Blick vom Elisenturm, Führungen und Spaziergänge zu Geologie und Geschichte der Hardt, Thementage wie der Tag des Baumes und die pilzkundliche Beratung im Herbst vervollständigen die breite Palette des Angebots.

Schon seit vielen Jahren hat sich der Botanische Garten programmatisch breit aufgestellt. So werden auch 2024 wieder Schnupperkurse in Tai Chi Chuan, Lachyoga und Achtsamkeitsspaziergänge angeboten. Zeichnen in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Bildenden Künste Essen oder Botanische Illustration stehen ebenso auf dem Programm wie das jährliche Sommerfest Rund um den Elisenturm und der Frühjahrsempfang mit Gartenmarkt.

Das Sommertheater für Kinder ist wieder mit mehreren Terminen zu Gast, ebenso das Feuertal-Festival. Bei den beliebten Jugend-Kult-Veranstaltungen können Kinder Hummeln auf den Pelz rücken, in der Zauberkräuter-Werkstatt brutzeln oder in der Natur forschen. Und bei Lindy Hop kann wieder das Tanzbein geschwungen werden.

Besonders in diesem Jahr ist eine Fachausstellung des Verbands Botanischer Gärten, die im Glashaus unter dem Titel „Von Bohne, Erdnuss und Mimose – fabelhafte Fabaceae“ gezeigt wird. Diese Pflanzen gehörten zur Familie der Schmetterlingsblütler (Bohne, Erbse, Lupine, Klee, Blauregen, Goldregen, Lederhülsenbaum). Sie können in Zusammenarbeit mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden und für sich zum Wachstum verwerten. Das ist im gesamten Pflanzenreich eine Besonderheit. Nach einer solchen Vorkultur haben auch die nachfolgenden Pflanzen noch eine zusätzliche Stickstoffdüngung übrig und der Boden wurde verbessert – wie es auch schon in der Dreifelderwirtschaft angewandt wurde.

Und noch eine Besonderheit: Dieses Jahresprogramm trägt zum letzten Mal die Handschrift des langjährigen Gartenleiters Frank Telöken. Er verabschiedet sich in den Ruhestand, bleibt dem Garten aber in anderer Funktion erhalten.

Getragen wird das Programm vom Garten-Team und dem Förderverein des Botanischen Gartens. Zudem bereichern viele Kooperationen – so mit der Bergischen Universität – die programmatische Vielfalt. Das Programm ist im Internet unter www.botanischer-garten-wuppertal.de zu finden.

Frank Telöken geht in den Ruhestand

Wer in Wuppertal an den Botanischen Garten denkt, denkt dabei auch automatisch an Frank Telöken: Seit 1992 steht der Gartenleiter in den Diensten der Stadt, erst als Revierleiter, seit 2008 als Leiter der Historischen Parkanlage Hardt mit dem Botanischen Garten als Teamleitung. Ab Anfang April tritt er einen Schritt kürzer, zu Beginn des kommenden Jahres beendet Frank Telöken nach über 30 Jahren im Dienste des Botanischen Gartens und der Parkanlage Hardt seine dienstliche Tätigkeit.

„Mit Frank Telöken lassen wir einen Meister seines Fachs ziehen“, erklärt Frank Meyer, Dezernent für Grünflächen und Forsten. „Er kennt sich in der Welt der Flora perfekt aus, den Botanischen Garten und die Hardt kennt er wie die sprichwörtliche Westentasche. Ich danke Frank Telöken im Namen der Stadt für seinen jahrzehntelangen Einsatz, der immer mit grundlegendenden Kenntnissen und ganz viel Herzblut verbunden war.“

„Frank Telöken geht in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Arbeit und sein Einsatz haben Wuppertals schönste grüne Seite überregional bekannt gemacht. Die vielen großen Ausstellungen verbunden mit Fachvorträgen, das Fest ,Rund um den Elisenturm‘ mit stetig steigenden Besucherzahlen, das vielseitige Jahresprogramm und seine immer große Freude an seinem Job waren die Markenzeichen seines Wirkens. Aber auch das ständige Ringen um den Pflegestandard und die Weiterentwicklung des Gartens und der Hardt-Anlage sind mit ihm eng verbunden. All das hat uns Frank Telöken eigentlich unentbehrlich gemacht und es wird nicht einfach werden, diese Lücke zu schließen“, sagt Annette Berendes, Ressortleiterin Grünflächen und Forsten, die Telöken „von ganzem Herzen“ ihren Dank ausspricht.

„Das waren unglaublich tolle Jahre, in denen ich viel erlebt habe und mitgestalten durfte“, sagt Telöken rückblickend. Er machte zunächst eine Ausbildung zum Gärtner, dann legte er die Gärtnermeisterprüfung ab, anschließend begleitete er den Aufbau des Botanischen Garten der Universität Essen. Nach seinem Wechsel nach Wuppertal sind verschiedene große Umgestaltungen wie die Pflasterung der Wege mit Natursteinpflaster vor der Villa Eller mit der Neuanlage einer Terrasse vor der Orangerie in seiner Amtszeit verwirklicht worden. 2007 wurde unter seiner Ägide als Gartenleiter der „Neue Garten Hardt“, ein Projekt der Regionale 2006, mit großen Schaugewächshäusern auf der ehemaligen Fläche der Stadtgärtnerei fertig gestellt. Im Jahr 2018 begann die Renovierung und Rekonstruktion der Villa Eller, die unter der Leitung des städtischen Gebäudemanagements 2022 vollendet wurde.

Auch in die Amtszeit von Frank Telöken fällt die Aufnahme in hochklassige Gartennetzwerke. So gehört der Botanische Garten seit 2007 zur Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas, seit 2013 zum Europäischen Gartennetzwerk European Garden Heritage Network (EGHN).

Eine sichere Bank für den Botanischen Garten ist sein Förderverein, der sich Ende 1993 formierte. Hier gehört Frank Telöken zu den Gründungsmitgliedern. Seit dieser Zeit arbeitet er im Vorstand mit, seit März 2011 ist er Geschäftsführer des Vereins. Mit Hilfe des Fördervereins konnten im Botanischen Garten viele Wünsche verwirklicht werden, so im Jahr 2000 den Neubau des Schaugewächshauses für sukkulente Pflanzen neben dem Elisenturm, 2008 den Umbau und die Neuanlage des Heilpflanzen- und Gewürzgartens und 2017 die Einrichtung eines Vermehrungsgewächshauses. Außerdem unterstützt der Verein bei der Finanzierung von personeller Verstärkung im gärtnerischen und Verwaltungsbereich und bei der Pflanzenetikettierung. Bevor die Villa Eller grundsaniert wurde, half der Verein bei Renovierungsarbeiten an dem Gebäude. Zudem werden kleine Schriften zu einzelnen Gartenbereichen herausgegeben. Außerdem wirken die Mitglieder tatkräftig bei den Führungen, Bildungsprogrammen und den Festen Gartenmarkt und „Rund um den Elisenturm“ mit.

Nun ist der erste Schritt in Richtung Ruhestand getan. So ganz verlassen wird Frank Telöken den Botanischen Garten aber in Zukunft nicht. „Ich werde sicher noch in der einen oder anderen Funktion hier tätig bleiben“, verspricht er.

(Red)
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