Was kann man gegen die Verödung der Stadtteile tun?

Was kann man gegen die Verödung der Stadtteile tun?

Eine Idee ist, leere Ladenlokale auch an vorübergehende Nutzer zu vermitteln. Doch das Projekt läuft Mitte 2011 aus.

Wuppertal. Leerstehende Ladenlokale mit verklebten Schaufenstern prägen das Bild vieler früherer Nahversorungszentren in den Stadtteilen. Besonders betroffen von dem damit einhergehenden Imageverlust sind die gründerzeitlichen Quartiere entlang der Talachse wie Arrenberg, Nordstadt, Unterbarmen und Oberbarmen. Doch auch die Stadtteile Ostersbaum und Wichlinghausen-Süd leiden unter der Verödung. Was man gegen den sogenannten "broken-windows-Effekt" tun kann, damit beschäftigt sich die Zwischennutzungsagentur Wuppertal seit dem Frühjahr 2007.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellte die Agentur jetzt in einer Bilanz vor. Zudem verfasste die Einrichtung, die größtenteils aus Fördermitteln des Landes finanziert wird, einen Erfahrungsbericht über das relative neue Instrument der Zwischennutzung, in dem positive Effekte, aber auch baurechtlichen Probleme beschrieben werden. "Die Broschüre soll als Modell für andere Städte in NRW dienen", sagt Gaby Schulten, die das Projekt betreut. Denn die Zwischennutzungagentur ist keine auf Dauer angelegte Einrichtung. Michael Walde, Ressortleiter Stadtentwicklung: "Das Land hat hier sozusagen eine Initialzündung gegeben." 200.000 Euro hat das Projekt bisher gekostet. Weitere 4200 Euro hat das Land bereits bewilligt. Der städtische Eigenanteil von 20 Prozent wird aufgrund der Finanzlage privat finanziert. "Damit können wir noch bis Mitte 2011 weitermachen", sagt Gaby Schulten.

Doch auch nach dem Auslaufen der Förderung soll von der Arbeit der Agentur profitiert werden. Besonders die Netzwerke, die sich in den Stadtteilen gebildet haben, seien zu wichtigen Akteuren für den qualitativen Erhalt ihrer Quartiere geworden, meint Gaby Schulten. "Wir konnten Menschen aktivieren, sich dafür zu engagieren, dass ihr Stadtteil lebendig bleibt." Ein Beispiel für diese gelungene "Aktivierung" ist das Projekt "Der Arrenberg is(s)t". Aus den von der Agentur organisierten Dinnern in den leeren Lokalen entwickelte sich 2009 die Initiative "Aufbruch Arrenberg". Der Verein aus Unternehmen, Immobilienbesitzern und anderen Akteuren veranstaltet monatlich ein Treffen, bei dem Ideen für den Arrenberg entwickelt werden. Doch nicht in allen Stadtteilen funktionierte das Prinzip: In Oberbarmen und Wichlinghausen war die Initialzündung eher ein Fehlstart. Trotz aller Bemühungen konnte dort keine Beziehungsnetzwerke anstoßen werden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung