Warum in Wuppertal Touristen vergeblich die Altstadt suchen

Stadtmarketing : Suche nach dem Historischen Zentrum hat bald ein Ende

Verwaltung will mit dem irreführenden Begriff aufräumen.

Immer wieder stranden Besucher der Stadt auf der Suche nach dem Historischen Zentrum. Viele Erwartungen werden enttäuscht, denn hinter diesem Begriff verbirgt sich nicht etwa eine malerische Altstadt, sondern das Engels-Haus, das Museum für Frühindustriealisierung, das Stadtarchiv sowie die Außenstellen Manuelskotten in Cronenberg und der Kalktrichterofen im Elberfelder Westen. Vor Beginn des Engelsjahres (15. Februar 2020) will die Verwaltung den Begriff aus dem amtlichen und öffentlichen Sprachgebrauch streichen. Der Stadtbetrieb Historisches Zentrum soll in Zentrum für Stadtgeschichte und Industriekultur umbenannt werden. Mit dem vorgestellten Kürzel MIK (Museum für Industriekultur) sollen die Museumsstandort als Marke gekennzeichnet werden.

Kulturdezernent Matthias Nocke hat in der Vergangenheit mehrfach über Touristen berichtet, die vergeblich nach einer typisch historischen Altstadt durch Barmen geirrt seien. Fahrgäste der Schwebebahn hören bei der Einfahrt in die Station Adlerbrücke per Ansage den Hinweis auf das Historische Zentrum, während auf das Museum für Frühindustriealisierung nicht hingewiesen werde.

Die Verwaltung ist zum Handeln gezwungen, weil sie vom Land NRW einen Millionenzuschuss für den Bau eines Verbindungsbaus zwischen vom Engelshaus zur Kannergießerschen Fabrik und dem Museum für Frühindustriealisierung erhält. Im Rahmen der Antragstellung hat sich die Stadt verpflichtet, ein Marketingkonzept für das Gebäude-Ensemble zu erstellen. Aktuell erschließt sich selbst den Wuppertalern nicht, was sich hinter dem Begriff Historisches Zentrum verbirgt.

Seit Jahren fordert der Kulturausschuss zudem von der Verwaltung, die Kulturinsel rund um das Opernhaus besser auszuschildern. Leuchttafeln mit Hinweisen auf die Aufführungen im Opernhaus und Theater am Engelsgarten beziehungsweise auf die Ausstellungen im Museum für Frühindustriealisierung findet man direkt an der B 7 nicht.

Nun soll eine „Wort-Bild-Marke“ geschaffen werden, die den Kulturschätzen Wuppertals ein wiedererkennbares Gesicht verleiht. „Priorität hat aus Sicht der Verwaltung „eine einheitliche Namensgebung für die Museumsstandorte, mit welcher sich eine einprägsame und einheitliche Wortmarke inklusive eines Logos schaffen lässt“, heißt es .

Die Umbenennung soll zur Eröffnung des Engelsjahres bekanntgegeben werden. Die Entscheidung über das MIK (Museum für Industriekultur) fällt am 16. Dezember in der Sitzung des Stadtrats.