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Warum für viele Wuppertaler der Einkauf zu einem Hindernislauf wird

Corona : Wenn der Einkauf zum Hindernislauf wird

Das Ehepaar Heinemann musste in sechs Supermärkte fahren, um am Ende doch nicht alle Produkte zu Hause zu haben.

In Zeiten von Corona kann Einkaufen zum Hindernislauf werden. Diese Erfahrung haben auch Karl Martin und Yvonne Heinemann gemacht. Üblicherweise reicht dem Ehepaar, das an der Katernberger Straße wohnt, ein Großeinkauf pro Woche. Die vergangene Woche fiel da deutlich aus dem Rahmen.

Am Dienstag klapperten beide sechs Supermärkte ab, fuhren bis nach Vohwinkel und hatten auch danach nicht alles Notwendige zusammen. Der Grund war das stets ausverkaufte Toiletten- und Küchenpapier – Klassiker des täglichen Bedarfs, die zurzeit von vielen vergeblich gesucht werden. Gähnende Leere herrschte auch dort, wo man bisher Nudelpackungen und Dosengemüse finden konnte.

Als Karl Martin Heinemann durch die Geschäfte ging, fiel ihm nicht nur die Gereiztheit von Kunden und Angestellten auf. Kein Vergleich zur Stimmung auf dem Wochenmarkt, den Heinemann sonst gern besucht hat. „Da ist die Atmosphäre nett, freundlich. Die Leute machen ihre Sachen in Ruhe.“ Schwer gewundert hat er sich über einen Kunden, der sich mit „20 Paketen Mehl“ eingedeckt habe. Spätestens da sei ihm der Gedanke gekommen, „ob es nicht doch besser wäre, dass man bestimmte Waren rationiert“.

Solch eine unfreiwillige Rundfahrt möchte Heinemann jedenfalls nicht noch einmal erleben. Mit 72 Jahren gehört der pensionierte Lehrer zur Corona-Risikogruppe und weiß, dass er nur in Ausnahmefällen das Haus verlassen sollte. Jeder Einkauf fällt da ins Gewicht.

Um es sich und ihrem Mann leichter zu machen, hat auch Yvonne Heinemann hin und her überlegt. Fisch und andere Tiefkühlprodukte lassen sie sich eh nach Hause liefern. Warum also nicht auch Haushaltswaren? „Das ist jetzt eine Ausnahmesituation“, sagt sie. Und wenn es nicht anders möglich sei, ginge es auch per Onlinebestelllung.

Das sind aber nur Überlegungen für den Fall, dass die Gesamtlage noch schwieriger wird. Fürs erste gehen die Heinemanns einkaufen. Am Ende der letzten Woche konnten sie das dringend benötigte Toilettenpapier ergattern. Diesmal mussten sie nicht einmal eine lange Strecke zurücklegen, da sie schon an der Briller Straße fündig wurden.

Nicht nur im dortigen Supermarkt hat man sich eine Rationierungsmaßnahme ausgedacht, die allen zugutekommt. Pro Wagen ein Paket Toilettenpapier – mehr sei nicht erlaubt, berichtet Yvonne Heinemann. „Das finde ich auch ganz vernünftig. Wenn das von Anfang an so gewesen wäre, hätten wir weniger Stress gehabt.“ dad