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Warum die Sperrstunde in Wuppertal durchaus sinnvoll ist

Kommentar : Meinung: Warum die Sperrstunde durchaus sinnvoll ist

WZ-Redakteur Daniel Neukirchen sieht einen Nutzen in der Sperrstunde - auch wenn die neue Regelung vielleicht erst einmal albern erscheint.

Für einige Menschen ist die Einführung einer Gastro-Sperrstunde, wie sie jetzt auch in Wuppertal gilt, die Steilvorlage für hämische Kommentare wie: „Klar, das Coronavirus wird ja erst um 1 Uhr gefährlich.“ Richtig ist, dass die Viren sich morgens in der Schule nicht anders verhalten als nachts in der Bar. Die Menschen allerdings schon. Daher hat die Sperrstunde durchaus ihren Sinn.

Im Moment – bei steigenden Infektionszahlen – versuchen die Städte, die Coronaverbreitung dort einzudämmen, wo sie mit höherer Wahrscheinlichkeit passiert. Mittlerweile weiß man, dass die Zahl der Menschen, die mit Maske und Abstand Bus gefahren und anschließend an Covid-19 erkrankt sind, außerordentlich gering ist.

Infektionen passieren häufig auf privaten Feiern und allgemein dort, wo Menschen mit anderen Menschen engen Kontakt haben. Vorstellbar ist das um 3 Uhr nachts in einer Bar, wo zu dieser Zeit vielleicht auch schon die Getränkekarte jenseits der Softdrinks abgearbeitet wurde.

Das heißt nicht, dass jeder Kneipenbesucher unter dem Generalverdacht steht, Hygieneregeln nicht einzuhalten. Aber andersherum: Der immer größer werdende Kreis der Unvorsichtigen ist mutmaßlich beim Feiern und Trinken anzutreffen.

Ja, das passiert auch im privaten Rahmen. Hier können die Behörden aber nur an die Vernunft appellieren. Dass in den eigenen vier Wänden noch immer rund um die Uhr das Hochprozentige fließen darf, ist aber kein Argument dafür, nicht an der öffentlichen Sperrstunde festzuhalten. Diese sollte viel mehr noch private Partylöwen zum Umdenken animieren.