Gastbeitrag Wandern statt Schule für vier Wuppertaler Zehntklässlerinnen

Wuppertal · Die Schülerinnen Jule, Johanna, Mila und Lotta vom Carl-Fuhlrott-Gymnasium berichten bis zum Ende ihrer Reise in der Westdeutschen Zeitung von ihren Erlebnissen in den Alpen.

 Jule (v. l.), Johanna, Milla und Lotta werden zehn Tage lang durch die Alpen wandern.

Jule (v. l.), Johanna, Milla und Lotta werden zehn Tage lang durch die Alpen wandern.

Foto: Andreas Fischer

Wir sind vier Schülerinnen der zehnten Klasse des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums und als wir das Projekt GoBeyond vorgestellt bekommen haben, waren wir begeistert. Unsere Schule bietet uns die Möglichkeit, zwei Wochen vor den Sommerferien eine selbstgewählte Herausforderung zu bewältigen. Diese Herausforderung kann alles sein: So gibt es beispielsweise eine Gruppe, die ein soziales Projekt bestreitet oder eine andere, die eine Fahrradtour macht. Wir vier haben uns überlegt, dass wir zehn Tage in den deutschen Alpen wandern wollen. Dabei werden wir von einer Studentin der Bergischen Universität Wuppertal begleitet, die glücklicherweise schon Wandererfahrung hat und uns bei unserer Herausforderung unterstützen kann.

Nach einem weiteren Projekttag waren wir uns sicher, wie genau unsere Tour aussehen soll. Unser Plan ist es, in Hütten des Alpenvereins zu übernachten und tagsüber zu wandern. Nachdem die Idee stand, ging es daran, die genaue Route zu planen. Dass normaler Unterricht vielleicht doch entspannter gewesen wäre, merkten wir recht schnell. Da wir keinerlei Wandererfahrung haben, war es uns wichtig, Wege zu finden, die für uns sowohl herausfordernd als auch sicher sind. Außerdem mussten wir die Übernachtungen auf den Hütten buchen. Aber jetzt steht fest: wir werden mit dem Zug nach Oberstdorf fahren und von dort von Hütte zu Hütte wandern. Wenn alles läuft wie geplant, sind wir am 1. Juli wieder in Wuppertal.

Nachdem wir wussten, wo es hingehen soll, kümmerten wir uns um die Finanzierung, die ebenfalls Teil der Herausforderung ist. Die Bedingung für die Finanzierung ist, das gesamte Geld selbstständig zu verdienen oder durch Sponsoren zu erhalten. Da wir zwei Zugfahrten, die Übernachtungen und die Verpflegung auf den Hütten bezahlen müssen, haben wir direkt angefangen, nach Sponsoren zu suchen. Die Suche danach erwies sich als schwieriger, als erwartet, aber zweimal hatten wir Glück.

Der Rockstore hat uns vier Hüttenschlafsäcke gesponsert und der Zonta Club Wuppertal einen Geldbetrag gespendet. Zeitgleich haben wir uns überlegt, durch welche Aktionen wir sonst noch Geld verdienen können. Wir haben Sachen für einen Kreativmarkt gebastelt, Waffeln verkauft und am Restaurant Day teilgenommen. Nach und nach kamen wir der benötigten Summe immer näher. Zwischenzeitlich haben wir uns Sorgen gemacht, dass wir das Geld nicht zusammen bekommen und wir das Projekt nicht durchführen können.

Testwanderung mit probegepackten Rucksäcken

Damit unsere Eltern und die anderen Schüler unser Projekt und die der anderen Gruppen mitverfolgen können, gibt es einen Instagram-Account der Schule, auf dem täglich Updates veröffentlicht werden.

Jetzt, kurz vor Start der Tour, haben wir bereits eine Testwanderung durch das Gelpetal gemacht und unsere Rucksäcke probegepackt. Da wir Gepäck für zehn Tage im Rucksack verstauen, müssen wir gut planen, was und wie viel wir mitnehmen. Für viel mehr als vier T-Shirts, zwei Hosen und ein kleines Handtuch ist kein Platz. Ein paar Tage vor Abreise wächst bei uns die Aufregung und die Freude. Wir sind optimistisch, dass alles funktioniert und hoffen, dass das Wetter mitspielt.