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Wahlplakate: Nach der Wahl ist vor der Wahl

Wahlplakate: Nach der Wahl ist vor der Wahl

Während die Schilder zur Landtagswahl schon verschwunden sein müssten, startet Helge Lindh (SPD) die nächste Kampagne.

Wuppertal. Die Landtagswahl ist in Wuppertal noch nicht aus dem Straßenbild verschwunden — da tauchen schon die nächsten politischen Plakate auf. Helge Lindh, Bundestagskandidat der Wuppertaler SPD, hat eine neue Plakat-Kampagne gestartet — Wahlkampf sei das aber nicht, sagt er.

Wahlplakate: Nach der Wahl ist vor der Wahl

Auf 20 bis 30 Dreieckständern mit jeweils drei Plakaten will Lindh sein Verständnis von Demokratie und Politik darstellen — seine Philosophie, wann man so will. Zu lesen sind Aussagen wie: „Ich glaube nicht an den Sachzwang, ich glaube an den Menschen“, oder „Würde ist die Währung einer gerechten Gesellschaft.“

Lindh sagt, er möchte sich damit bekannter machen. „Wenn man es realistisch betrachtet, kennen die Wuppertaler die Bundestagskandidaten nicht.“ Mit der Plakataktion will er sich vorstellen und ins Gespräch bringen.

Wahlwerbung per Definition ist das nicht. Denn sonst wäre die Aktion gar nicht erlaubt. Thomas Eiting von der Stadt erklärt, dass Wahlwerbung eigentlich erst drei Monate vor der Wahl zulässig ist und in Wuppertal nach einem Beschluss der Parteien nur sechs Wochen vorher. Da Lindh aber auf Parteihinweise und Wahlaufforderungen verzichte, fielen die Plakate nicht unter Wahlwerbung.

Die Aktion folgt dem für die SPD schlechten Ergebnis bei der Landtagswahl — sei aber keine Reaktion darauf, versichert Lindh. „Die Plakate hätte es so oder so gegeben, die mussten ja vorher schon gedruckt werden.“

Die Wahl hängt aber auch so noch über Wuppertal — denn viele Plakate sind noch nicht entfernt worden. Obwohl die eine Woche nach der Wahl eigentlich verschwunden sein sollten. Die Stadt werde jetzt die Fraktionen anschreiben, damit die sich darum kümmern, sagt Thomas Eiting. Bürger könnten gesichtete Plakate auch bei der Stadt melden, damit die das dann weitergibt. „Irgendwann gibt es dann theoretisch ein Bußgeld“, sagt Eiting. Bisher habe es das aber nicht gegeben. Die Probleme mit dem Abhängen seien der Stadt bekannt. „Das klappt beim Aufhängen eben besser als beim Abhängen“, weiß Eiting.