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Wuppertaler Polizei-Tagebuch: Waffen gehören nicht in die Mülltonne

Wuppertaler Polizei-Tagebuch : Waffen gehören nicht in die Mülltonne

Ein zugelaufener Hund, eine ausgeartete Party und geerbte Waffen beschäftigten Polizist Max Bieringer.

Es kommt relativ häufig vor, dass Hinterbliebene nach dem Tod eines Familienangehörigen in dessen Wohnung auf Schusswaffen oder Munition stoßen, die in Kisten oder Schränken verstaut wurden. In der vergangenen Frühdienstwoche kam genau das vor. Die Waffen und die Munition dürfen verständlicherweise nicht im Haus- oder Sperrmüll entsorgt werden. Außerdem haben die Angehörigen oft selber keine Berechtigung, Waffen zu besitzen oder auch kein Interesse daran. In diesen Fällen werden wir dann verständigt, um die Waffen in amtliche Verwahrung zu nehmen und weitergehende Maßnahmen einzuleiten. In diesem Fall hatten die Betroffenen alles richtig gemacht und waren nicht auf gut Glück mit den Lang- und Kurzwaffen im Gepäck auf der Polizeiwache erschienen, um zu fragen, wie sie damit umzugehen haben, sondern hatten sich im Vorfeld telefonisch erkundigt.

Der Frühdienst brachte aber natürlich auch diverse Unfälle mit Sachschaden mit sich. So war eine ältere Dame beim Autofahren mit ihren Gedanken scheinbar nicht ganz bei der Sache und touchierte beim Ausparken das vor ihr geparkte Auto. Da sie das Auto mit einer solchen Wucht traf, wurden auch noch die zwei davor parkenden Wagen beschädigt. Es wurde jedoch zum Glück niemand verletzt und die geparkten Autos der drei Nachbarn waren alle noch fahrbereit. Die Dame war trotzdem sehr aufgelöst und so galt es für uns vor Ort, zunächst alle Beteiligten zu beruhigen. Nachdem der Sachverhalt aufgenommen war, waren alle froh, dass nicht mehr passiert war und verständigten ihre Auto-Versicherungen.

Sorge um einen
zugelaufenen Hund

In einem Nachtdienst unter der Woche riefen besorgte Bürger an, weil ihnen auf dem Heimweg bei winterlichen Temperaturen ein unbekannter Hund zugelaufen war und sie sich Sorgen machten. Zunächst galt es heraus zu finden, wem der Vierbeiner gehörte. Auf unserer Wache gibt es die Möglichkeit, mit einem Chiplesegerät den Chip des Hundes auszulesen, um die Adresse des Besitzers zu ermitteln. Es stellte sich heraus, dass der Hund nur wenige 100 Meter von der Fundstelle entfernt sein Zuhause hatte. Während der Hund gut versorgt auf der Wache im Warmen blieb, klingelten wir bei den Hundebesitzern und teilten ihnen mit, dass sich ihr Hund wohlbehalten in unsrer Obhut befinde. Die Besitzer hatten das Fehlen ihres Hundes zu dieser späten Stunde noch nicht bemerkt, waren aber sehr froh, den Vierbeiner unbeschadet auf der Polizeiwache abholen zu können.

Im Gegensatz dazu verlief ein Einsatz auf der Berliner Straße deutlich weniger harmonisch. Mehrere Gäste einer Geburtstagsparty verursachten im Laufe des Abends immer wieder polizeiliche Einsätze. Stündlich riefen Nachbarn an und beschwerten sich über Ruhestörungen, Belästigungen und Schlägereien. Schlussendlich beendete der Veranstalter die Party selbst und bat die etwa 100 bis 150 Gäste zu gehen.

Da es immer wieder zu Auseinandersetzungen unter den stark alkoholisierten Partygästen kam, sich die Leute weigerten zu gehen und sich auch Platzverweisen widersetzten, die die Kollegen aussprachen, kam es zu einem mehrstündigen Einsatz. Dabei waren auch Hundeführer und Kollegen aus Elberfeld als Unterstützung im Einsatz. Schlussendlich wurde die Party beendet und mehrere Personen mussten in Gewahrsam genommen werden.