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Vorwerk-Park wird Mitglied im Europäischen Gartennetzwerk

Grünes Wuppertal : Vorwerk-Park wird Mitglied im Europäischen Gartennetzwerk

Die Aufnahme ist dem Engagement vieler Bürger zu verdanken. Anlagen sind „Qualitätsmerkmal“ von Wuppertal.

Pünktlich zur offiziellen Aufnahme in das EGHN (European Garden Heritage Network) kam die Sonne hinter den Wolken hervor und strahlte mit Besuchern und Gästen im Vorwerk Park um die Wette. Im ehemaligen Gärtnerhaus am Laubengang trafen sich Initiatoren, Förderer und Vertreter des Europäischen Gartennetzwerkes zur Übergabe der Plakette. Begrüßt wurden sie von Oberbürgermeister Uwe Schneidewind.

Der Zoologische Garten, die Hardt mit dem botanischen Garten, der Skulpturenpark Waldfrieden und die Barmer Anlagen sind bereits Mitglieder im EGHN, nun kommt der Vorwerk Park hinzu. Das Gartennetzwerk möchte die Anlagen besser vermarkten und ihre Bedeutung für die Geschichte der Gartenkunst hervorheben. Für Schneidewind verdeutlicht die erneute Auszeichnung einer Wuppertaler Grünanlage, was die Parklandschaften für die Stadt bedeuten. „Sie sind ein Qualitätsmerkmal für Wuppertal und präsentieren die Stadt auch nach außen,“ betont er und zieht direkt die Verbindung zum Thema Bundesgartenschau. Dem Engagement vieler Bürger ist die Aufnahme zu verdanken, sie wurde von dem Verein Historische Parkanlagen Wuppertal und dem Ressort Grünflächen und Forsten der Stadt betrieben. Die Aufnahmegebühr und die jährlichen Mitgliedsbeiträge werden zu einem großen Teil von den Fördervereinen übernommen. Auch die Stadtsparkasse und die Dr. Werner Jackstädt-Stiftung sind als Förderer dabei.

Rund 200 Parks in Europa mit besonderen Qualitätsstandards sind im Europäischen Gartennetzwerk verzeichnet. Für EGHN-Koordinatorin Roswitha Arnold sind die beiden Kriterien „Qualität“ und „Pflegezustand“, nicht zuletzt durch viele Sanierungsarbeiten, erfüllt, ebenso das Kriterium der „Zugänglichkeit“ für die Öffentlichkeit. Hierbei bedankten sich die Beteiligten bei Familie Vorwerk, die den Park seit dem Jahr 2000 der Öffentlichkeit zugänglich machte und auch die Aufnahme in das EGHN unterstützte.

Belohnung mit
herrlichen Blicken 

Die Adolf-Vorwerk-Park-Stiftung kümmert sich heute um den Erhalt und die Weiterentwicklung der Anlage. Arnold hob die typisch bergische Topografie hervor. „Man braucht in Wuppertal schon passendes Schuhwerk, um die Parks zu besuchen, wird aber mit herrlichen Blicken belohnt.“ Für sie erzählen die „Perlen und Oasen auf kommunaler Ebene“ ihre eigenen Geschichten, sind Rückzugsorte und prägen maßgeblich die Stadtbilder, wie auch der Vorwerk-Park. Er wurde 1907 von seinem Namensgeber auf einem ehemaligen Steinbruch erschaffen. So erklären sich die großen Höhenunterschiede.

Die Felsen und ein Bachlauf wurden in die Gestaltung mit einbezogen. Der, besonders zur farbenprächtigen Blütezeit beliebte Rhododendronbestand, wurde von Georg Arends mitbegründet und prägt den Gesamteindruck mit. Arnold schlägt den Bogen zum Mutterland der Garten- und Parkliebhaber, nach England. „Dort hat quasi jeder die Liebe dazu in sich. Und auch in Wuppertal habe ich viel ehrenamtliches Engagement getroffen“, freut sie sich. Mit der überreichten Plakette, die nun am Eingang des Parks angebracht ist, wird verdeutlicht, dass Europas Gärten und Parks damit verbunden werden. Ziel des ständig wachsenden Netzwerkes ist der internationale Erfahrungsaustausch und eine international ausgerichtete Präsentation der Parks und Gärten.

13 regionale Gartenrouten gibt es im EGHN. Allein in NRW präsentieren fünf Routen die wichtigsten Garten- und Kulturlandschaften seiner Region. Wuppertal ist nun mit fünf Parkanlagen dabei und ist mit dem Brückenpark Müngsten, für das Bergische Städtedreieck Solingen, Remscheid und Wuppertal an einer weiteren beteiligt.