Vortrag an der Junior Uni: „Oper macht glücklich“

Vortrag an der Junior Uni: „Oper macht glücklich“

An der Junior Uni gab es zum Thema Wissenswertes für große und kleine Besucher.

Wuppertal. Sobald Bariton Simon Stricker die ersten Töne erklingen ließ, herrschte Ruhe im Werner- Jackstädt-Audimax der Junior Uni. Er sang von der Knisper - Knasper - Knusperhexe und nicht nur die Kinder hingen gebannt an seinen Lippen. Sie in die wundersame Welt der Oper einzuführen, hatten sich Referent Berthold Schneider, Opernintendant der Wuppertaler Bühnen, und Siomon Stricker vorgenommen.

Doch was ist überhaupt eine Oper und warum wird dort gesungen? Die kleinen Zuhörer wussten Bescheid. „Weil es einen glücklich macht,“ war eine Antwort, die Schneider gefiel. Die Ausdrucksmöglichkeiten durch den Gesang sind groß, in einer Oper wird mit Stimmungen und Atmosphären gearbeitet. Stricker verkörpert in der Oper „Hänsel und Gretel“ den Vater Peter Besenbinder.

Wie schafft er es als nüchterner Simon den angetrunkenen Peter glaubwürdig zu verkörpern? Und wie kann er lauter singen als die vielen Musiker? Auf diese und viele andere Fragen bekamen die Kinder in dem abwechslungsreichen Vortrag eine Antwort. Schneider erklärte die Besonderheiten einer Bühne, die senkbar und veränderbar ist.

Warum hat sie aber nur drei Seiten? Auch hier war die Lösung für die Kinder nicht schwer: damit die Zuschauer etwas sehen können. In kleinen Schritten erschloss sich den Kindern die weite Welt der Oper. „Sie sind gesungene Geschichten“ erklärte Schneider. Mal beruhen sie auf Mythen, mal auf wahren Begebenheiten wie die Oper „Nixon in China“, der der Besuch von US-Präsident Richard Nixon in China 1972 zugrunde liegt.

Eins haben alle Opern gemeinsam, sie handeln über Probleme, ob in Tragödie oder Komödie. Wie soll die Hütte bei Hänsel und Gretel aussehen, was macht welcher Darsteller in welcher Szene? Der Regisseur führt die Fäden der Geschichte zusammen, die sich der Autor, zuständig für den Inhalt, zusammen mit dem Komponisten, zuständig für die Musik, ausgedacht haben. Leicht konnte Theaterpädagogin Svea Schenkel alle zum Mitmachen animieren, um zu verdeutlichen, dass Text, Melodie und Rhythmus zum Singen gehören.

Musik kann man aufschreiben, lernten die kleinen Zuhörer und auch, dass der Dirigent für das dicke Partiturbuch die größte Tasche im Opernbetrieb hat.

Eine gemeinsame Singaktion gab es mit Chordirektor Markus Baisch. Kinder und Eltern tanzten zu „Brüderlein komm tanz mit mir“. Zu Beginn einer Vorstellung wird es dunkel im Saal, die Bühne wird beleuchtet. Den Kindern ist klar: damit man besser sehen kann. Doch es steckt mehr dahinter. „Es ist eine Konzentration auf das Wesentliche. Wir leiten den Blick und erzeugen eine Illusion“, so Schneider. Das funktioniert nicht ohne gute Kulissen, die vortäuschen und aussehen als ob. „Wenn es gutes Theater ist, glauben die Zuschauer, was auf der Bühne passiert“, sagt Schneider.