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Straßenverkehr: Vorstoß: Parkautomaten auch außerhalb der Zentren Wuppertals

Straßenverkehr : Vorstoß: Parkautomaten auch außerhalb der Zentren Wuppertals

Vogelsangstraße dient als Anlass: SPD will bezahltes Parken auf Viertel ausweiten.

Parkautomaten gibt es in Wuppertal nur in den Zentren Elberfelds und Barmens. Punkt. Das war in den vergangenen Jahren Konsens, gerade zwischen SPD und CDU. Doch Gabriela Ebert, SPD-Bezirksbürgermeisterin von Uellendahl-Katernberg, wagt einen neuen Vorstoß, bezahltes Parken auch in den Außenbezirken und Wohngebieten grundsätzlich möglich zu machen. Aufhänger für sie ist die Situation rund um die St. Anna-Klinik an der Vogelsangstraße. Diese könnte aber beispielhaft für weitere Ecken in der Stadt stehen. „Ich möchte eine Diskussion anstoßen“, sagt Ebert, wohlwissend, dass es eine heikle sein wird.

Selbst in der eigenen Partei wird das Thema als schwierig erachtet. Die Idee, Parkautomaten auch in den Außenbezirken aufzustellen, „lehne ich nicht grundsätzlich ab“, sagt Volker Dittgen, Vorsitzender des Verkehrsausschusses. Er mahnt allerdings: Werde das an einer Stelle erlaubt, „kommen auch andere und wollen das“.

Aktuell ist das Parken am Uellendahl umsonst beziehungsweise über Parkscheiben geregelt. Dazu gibt es Flächen, die für Anwohnerparken ausgezeichnet sind. Doch seit Jahren sorgt der Parkdruck für Diskussionen. Ebert, die selbst an der Vogelsangstraße wohnt und einen eigenen Stellplatz hat, wurde schon oft angesprochen. Das Problem sei der Klinikbetrieb: Besucher, Patienten und Mitarbeiter, so die Kritik, würden oft rund um die Klinik parken, anstatt die Plätze auf dem Gelände oder im — allerdings nicht von der Klinik selbst betriebenen — Parkhaus zu nutzen. Darunter litten die Anwohner, die befürchten, dass sich die Situation noch einmal verschärft, wenn die neue Rettungsdienstschule der Feuerwehr voll ihren Dienst aufnimmt.

Auch Flächen für Anwohnerparken sollen erweitert werden

Ebert erhofft sich eine Entspannung, wenn die Wuppertaler Verwaltung Parkautomaten aufstellen und gleichzeitig auch die Flächen für Anwohnerparken erweitern würde. Vorbild könnten andere Städte sein. In Düsseldorfs Nebenzentren wie Friedrichstadt etwa kostet das Parken in vielen Straßen von morgens bis abends und wird über Automaten geregelt. Anwohner können über einen Ausweis mit Jahresgebühr dagegen umsonst ihr Fahrzeug abstellen. Eine Garantie auf einen Parkplatz ist das natürlich nicht, aber zumindest das „Dauerparken“ von Ortsfremden, die vielleicht nur dort in der Nähe arbeiten und ihr Auto abstellen, kann so eingedämmt werden.

Ein Modell für Wuppertal? Rund um das Helios-Klinikum in Barmen sieht Ebert ähnliche Probleme wie an der Vogelsangstraße. Dort gibt es nicht einmal Anwohnerparken, aber Probleme mit Fremdparkern. Barmens Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU) ist überzeugt: Man werde über Lösungen reden müssen, möglicherweise auch über Parkscheinautomaten. Dass bewirtschaftete Parkflächen außerhalb der Zentren kommen, davon ist er überzeugt und verweist auf den Carnaper Platz und in Zukunft vielleicht auch den Nordpark. Parkautomaten rund ums Helios „würde ich vielleicht mittragen, aber nicht, ohne vorher mit den Anwohnern zu sprechen“. Er sei kein Fan einer Anwohnerparkregelung. Über die Folgen machten sich nämlich viele gar keine Gedanken. „Was ist dann zum Beispiel, wenn Besuch mit dem Auto kommt?“

Für Anja Liebert, Fraktionssprecherin der Grünen, sind Parkautomaten im Umfeld von Kliniken oder Einrichtungen mit Publikumsverkehr „kein No-Go“. Es sei schade, dass die Autofahrer nicht die Parkhäuser nutzen würden, darauf müsse man aber reagieren. Beim Thema Parken, ist sie überzeugt, habe ein Sinneswandel eingesetzt. Ein Zeichen dafür sei zum Beispiel die zuletzt von der Politik beschlossene Erhöhung der Parkgebühren. „Das hat das Eis gebrochen.“

Dass gerade rund um Krankenhäuser diese Parkproblematik auftritt, ist landesweit ein Thema, sagt Roman Suthold, Verkehrsexperte des ADAC. „Überall dort, wo es temporär sehr viel Nachfrage gibt.“ Er nennt als weitere Beispiele Berufskollegs. Wie Städte darauf reagieren, „hängt immer davon ab, wie hoch der Parkdruck ist“. Der erste Schritt sei meist eine Parkscheibenregelung oder Anwohnerparken, wenn das nicht helfe, gehe es bis hin zu Parkautomaten. »S.23