Junior Uni Wuppertal: Von Raketen und Mikroplastik: Kinder stellen ihre Erfindungen vor

Junior Uni Wuppertal : Von Raketen und Mikroplastik: Kinder stellen ihre Erfindungen vor

Das Forscherforum in der Junior Uni bot am Sonntag einen Einblick in die Vorbereitung auf Wettbewerbe.

Hier eine Wasserrakete, dort eine „Moonrocket“, am nächsten Stand ein Hechtangler: Junge Forscher haben am Sonntag in der Junior Uni ihre Ergebnisse aus diversen Kursen und Forschungsarbeiten vorgestellt.

Benjamin (10) präsentierte stolz seinen Hechtangler, ein Multitool mit diversen Funktionen. „Damit kann man angeln und handwerken“, sagt er und erklärt, wie er Messer, Schraubendreher und Seitenschneider zusammengebaut hat. Auch Linn (8) hat ihr eigenes Werkzeug hergestellt. Die Besonderheit: In einem Seitenfach sind Pflaster untergebracht, für den Fall, dass sie sich schneidet. Die Werkzeuge sind in Zusammenarbeit mit der Firma Knipex entstanden. „Die Kreativität der Kinder ist beeindruckend. Man kann viel von ihnen lernen“, sagt Daniel Petrusch, der bei Knipex seine Ausbildung macht und die Kinder betreut.

Felix (15) hat beim englischsprachigen „German Young Physicists‘ Tournament“-Wettbewerb mitgemacht. Indem er Luft durch einen auf dem Kopf stehenden Trichter pustet, kann er einen Tischtennisball im Trichter festhalten, ohne ihn berühren zu müssen. „In dem Wettbewerb geht es darum, das Experiment zu erklären und relevante Parameter herauszustellen“, sagt Felix. Mit Laser- und Drucksensoren habe er sowohl die Bewegung des Balls als auch die Luftbewegung gemessen.

Eine Wasserrakete wurde gleich zweimal vorgestellt. Mika (14) und Markus (17) nehmen mit ihrer Idee am diesjährigen „freestyle-physics“-Wettbewerb teil. Sie haben eine umgedrehte Cola-Flasche zur Hälfte mit Wasser gefüllt. An den Seiten sind Tragflächen angebracht, die denen eines Flugzeugs sehr ähnlich sehen. Von unten pumpen sie Luft in die Flasche, sodass ihre Rakete nach oben fliegt. „Die Rakete soll so lange wie möglich in der Luft bleiben“, sagt Mika. Dafür misst ein Minicomputer den Luftdruck. Sinkt der Luftdruck, werden Motoren in Gang gesetzt, die die Landeklappen auf den Tragflächen ausklappen sollen. Dadurch falle die Rakete langsamer.

Viele Tests führten
zum perfekten Fallschirm

Sophie (15) hat mit ihrer Wasserrakete schon im vergangenen Jahr am Wettbewerb teilgenommen. Um ihre Rakete so lange wie möglich in der Luft zu halten, verwendet sie einen Fallschirm. „Wir haben viele Größen und Materialien getestet, bis wir den perfekten Fallschirm hatten“, sagt sie.

Dass die jungen Studenten wissen, wovon sie reden, beweist Nadia Böhle (18). Sie kann hervorragend erklären, warum sich eine drehende Metallplatte besser durch einen Magneten am Rand der Platte als in der Mitte der Platte stoppen lässt. Dafür hält sie den Magneten dicht über die Scheibe. „In der Mitte ist die Bremskraft geringer, weil es einen geringeren Hebel gibt“, erklärt sie.

Linnea Elisa (13) weiß besonders viel über Mikroplastik. Für ihre Forschung an Wasserfiltern hat sie zwei Preise gewonnen. Dafür hat sie verschiedene Filter, wie Kaffee- und Gitterfilter, und deren Effizienz getestet. Mit Bienenwachs beschichtete Baumwolltücher haben dabei am besten abgeschnitten. Linnea Elisa hat auch Mikroplastik in der Wupper gefunden, unter anderem von einem Strohhalm. „Mikroplastik ist für die Tiere noch viel schlimmer, als für uns Menschen“, sagt sie.

Sophia (8) und Sadurthika (8) haben mit der „Moonrocket“ aus Lego erforscht, wie sie auf dem Mond überleben könnten. „Wir können Wasser für die Stromerzeugung nutzen“, sagt ihr Dozent Tobias Hoffmann. „Wir wollen den jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihre Ergebnisse vorzustellen“, fasst Junior Uni-Geschäftsführerin Dr. Ariane Staab zusammen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung