Von Jankel über Bernstein bis ins Frankreich der Aufklärung

Von Jankel über Bernstein bis ins Frankreich der Aufklärung

Das Programm für Kunsthochdrei 2018 steht. Wer Karten will, muss sich sputen.

Wer in Wuppertal Karten für eine Aufführung des Tanztheaters Pina Bausch haben will, muss sehr schnell sein. Ähnlich heiß begehrt sind die rund 150 Plätze im Forum des von der Heydt-Museums, wenn dort Kunsthochdrei seine „Wundertüte“ öffnet. Das beliebte Kulturformat aus Kunst, Musik und Literatur lädt in diesem Jahr bereits zum elften Mal zu fünf Veranstaltungen zwischen April und Oktober ein. Und wieder erwartet die Besucher ein überaus interessantes Angebot aus Ausstellungen im Von der Heydt-Museum, literarischen und musikalischen Jubiläen.

Sie kennen und sie schätzen sich, arbeiten gerne zusammen und hatten die erfolgreiche Idee zu Kunsthochdrei. Das Kulturformat aus Vortrag, Lesung und Musik lockte von Anfang an die Besucher in Scharen an, baute über die Jahre ein treues Stammpublikum auf. Nun haben Anne Linsel, Leiterin des Literaturhauses, Prof. Dr. Lutz-Werner Hesse, Direktor der Hochschule für Musik und Tanz Köln/Wuppertal und Dr. Gerhard Finckh, Direktor des von der Heydt-Museums die 2018er Version zusammengestellt.

Den Auftakt macht am 4. April ein Abend über Jankel Adler — dem ab 17. April eine Ausstellung im Haus gewidmet ist. Kuratorin Dr. Antje Birthälmer führt in Ausstellungskonzept und Werk des polnischen Malers (1895 bis 1949) mit jüdischen Wurzeln ein, der ein wichtiger Impulsgeber der Moderne war. Synchronsprecher Olaf Reitz liest aus Isaac B. Singers Erzählung „Der Fatalist“. Den musikalischen Part übernehmen wie immer Musiker der Musikhochschule: Werner Dickel und Jee-Young Philips spielen Paul Hindemith. Lutz-Werner Hesse moderiert.

Im August wäre er hundert Jahre alt geworden, am 2. Mai widmet sich ihm Kunsthochdrei: Ins Werk des berühmten Komponisten Leonard Bernstein (1918 bis 1990) führt Lutz-Werner Hesse ein, Barbara Nüsse liest aus „Am Fuße des Kreuzes“, Heike Daum und Michael Albert singen und spielen ausgewählte Lieder von Bernstein. Anne Linsel moderiert.

Mit Max Beckmann (1884 bis 1950), der gerne den Expressionisten zugerechnet wird, und der gerade in der Sammlungspräsentation des Museums zu sehen ist, geht es am 6. Juni weiter. Nach einer Einführung durch Museumsmitarbeiterin Anna Storm liest Schauspielintendant Thomas Braus aus Sándor Márais „Bekenntnissen eines Bürgers“ und versetzt das Publikum in das Deutschland der 1920er Jahre. Susanne Müller-Hornbach und Florence Millet intonieren Musik von Frederick Delius. Die Moderation übernimmt Anne Linsel.

Ein weiteres Jubiläum steht mit dem hundertsten Todestag des impressionistischen Schriftstellers Eduard Graf von Keyserling (1855 bis 1918) am 5. September im Mittelpunkt. Der Schriftsteller Dr. habil. Michael Zeller führt ins Werk ein, Ingeborg Wolff liest aus Keyserlings Roman „Wellen“, Lieder von Richard Strauss werden von Nihal Azak und Tanja Tismar aufgeführt. Die Moderation hat Lutz-Werner Hesse.

Ein Ausstellungshöhepunkt beschließt das Programm: Am 10. Oktober heißt es „Aufbruch zur Freiheit. Das Zeitalter der Aufklärung. Frankreich im 18. Jahrhundert“. Gerhard Finckh gibt eine Vorschau auf die am 30. Oktober beginnende Schau, Bernt Hahn liest aus dem geheimen Tagebuch des Herzogs von Cro (1718 bis 1784), das auch wichtige Quelle für die Ausstellung ist. Florence Millet spielt Mozart, und Anne Linsel moderiert.