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Von heimischen Forellen zu den Palmen Wuppertals

Serie : Von heimischen Forellen zu den Palmen Wuppertals

Im letzten Teil der WZ-Serie Ortswechsel ging es zur Ronsdorfer Talsperre, auf die Hardt-Anlagen und zur Bergischen Uni.

Rund um die Ronsdorfer Talsperre ist eine Menge los. Hier grüßen sich die Hundebesitzer, während sich ihre Vierbeiner skeptisch beschnuppern. Sie hecheln mit den Joggern um die Wette, die mit fokussiertem Blick durch den Wald laufen. Das Areal ist ein Lieblingsplatz vieler Wuppertaler, deshalb sind wir hier – auf einer Tour kreuz und quer durch Wuppertal von einem schönen Ort zum anderen.

Helge Rochlitzer steht mit seinem Fahrrad auf der Staumauer und inspiziert die Reifen. „Da ist ein großer Ast in die Speichen geraten“, sagt der 57-Jährige. Er ist oft an der Talsperre unterwegs – auch weil er Angler ist. „Ich wollte mal schauen, was im Wasser los ist“, sagt Rochlitzer. Er zeigt auf das versteckte Treiben im See: Wenn man weiß, wohin man schauen muss, werden plötzlich sieben, acht dicke schwarze Karpfen unter der Wasseroberfläche sichtbar. „Hier gibt es auch Forellen. Die schmecken gut“, sagt Rochlitzer. Er ist Mitglied im Ronsdorfer Angelverein.
Wenn er nicht gerade seine Zeit an der Talsperre verbringt, hat Rochlitzer noch einen anderen Lieblingsort: die Hardt-Anlagen. „Das ist dort ja eine riesige Grünfläche und die Bepflanzung ist sehr schön“, schwärmt der Wuppertaler.

Also führt uns der nächste Ortswechsel auf die Hardt. Im Botanischen Garten haben einige Besucher zwischen den exotischen Pflanzen Platz genommen und träumen sich zwischen Kakteen und Palmen in südliche Gefilde. Durch die aufregende Szenerie spaziert Christel Christians mit einem Hund an der Leine. „Das ist der Willi“, sagt sie. Eigentlich gehöre der aufgeweckte Hund ihrem Sohn, aber die 86-Jährige hat eben mehr Zeit für die tägliche Runde. „Ich wohne auch direkt hier an der Hardt“, sagt sie. Kein Wunder, dass ihre Lieblings-Spazierstrecke durch den Park führt. Dem schwanzwedelnden Willi gefällt die tägliche Tour offenbar auch. Zu welcher Rasse er gehört, weiß Christians nicht. „Er kommt aus dem Tierheim“, sagt sie. „Ich habe am Anfang immer gesagt: .Der sieht doch aus wie ein Fuchs.’“

Der Liebslingsort der Seniorin ist neben den Hardt-Anlagen, die ihr besonders ans Herz gewachsen sind, der Campus der Bergischen Uni auf dem Grifflenberg. Das hat mit ihrer persönlichen Geschichte zu tun. „Ich habe dort früher im Sekretariat der Musikfakultät gearbeitet“, sagt Christians. Als die Bildungseinrichtung 1972 als „Gesamthochschule“ gegründet wurde, war Christians mit dabei und noch heute blickt sie mit Freude auf die Zeit zurück.

„Ich habe mich an der Uni immer sehr wohl gefühlt“, sagt sie. Vom ihrem Büro im siebten Stock aus habe sie ins Tal geschaut und festgestellt, wie schön doch die Wuppertaler Hochschule gelegen ist. „Aber die Menschen, die Studenten, mit denen ich zusammengarbeitet habe, haben auch viel dazu beigetragen, dass die Uni zu meinem Lieblinsgort in Wuppertal geworden ist“, sagt die Wuppertalerin.

An der Bergischen Uni treffen wir die letzte Zufallsbegegnung unserer Serie. Nathan Kanter (20) ist auf dem Weg nach Hause. Er ist Auzubildender im technischen Produktdesign und erstellt unter anderem 3D-Modelle und technische Zeichnungen. Er sagt: „Letztens habe ich ein Dreibogengleichdick mit dem 3D-Drucker hergestellt.“ Dabei handelt es sich um eine geometrische Form mit mehreren Ecken, die als Körper rollen kann.

Sein Lieblingsort ist ein ganz urbaner: der Platz zwischen Cinemaxx und B7. „Dort kann man super Skateboard fahren“, sagt Kanter. Dass es ganz in der Nähe jetzt das neue „Kitchen Beach“ gibt – einen Strand mitten in der Stadt – findet er spannend. „Echt eine gute Idee“, sagt Nathan Kanter und geht seines Weges.

Ein bisschen weit östlich liegt Nathan Kanter mit seinem Lieblingsplatz. Hätte er den Döppersberg genannt, dann hätte sich der Kreis auf unserer Zufallsreise durch Wuppertal geschlossen. Dort sind wir nämlich gestartet, dann zum Vorwerk-Park geschickt worden und dann auf die Königshöhe. Nächste Station war das Grenzgebiet zwsichen Wuppertal und Sprockhövel, danach ging es nach Bracken und von dort zum Bahnhof Mirke. Dort schickte uns ein Skater in die Halle „Wicked Woods“, bevor wir den Toelleturm aufsuchten und dann das Haus Zillertal, wo uns die Ronsdorfer Talsperre empfohlen wurde. Dann die Hardt-Anlagen, dann die Bergische Uni und das „Kitchen Beach“.

Wuppertal hat so viele individuelle Lieblingsorte, dass die Reise noch fortgesetzt werden könnte. Vielleicht legen wir uns ja irgendwann in einen Liegestuhl am Kitchen Beach und fragen unseren Sitznachbarn: „Haben Sie eigentlich einen Lieblingsort?“