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Von Hamburg nach Wuppertal: Neue Heimat mit 99 Jahren

Jubiläum : Von Hamburg nach Wuppertal: Neue Heimat mit 99 Jahren

Die Neu-Wuppertaler feierten jetzt den 100. Geburtstag im Golfhotel Vesper.

„Wuppertal ist eine breit gefächerte Stadt“, findet Karl-Heinz Schmidt und meint damit die räumliche Ausdehnung zwischen den verschiedenen Stadtteilen. Die hat der Neu-Wuppertaler gemeinsam mit seiner Frau Brigitte Heilmann in den vergangenen Monaten per Auto erkundet. Denn der überzeugte Hamburger hat mit 99 Jahren noch einen bedeutenden Schritt gewagt und ist mit seiner Frau nach Wuppertal gezogen. Brigitte Heilmann – Mutter von Golfhotel Vesper-Chefin Anke Hartmann – wollte in die Nähe ihrer Töchter ziehen. In Nächstebreck hat das Paar nach längerer Suche eine schöne Wohnung mit Balkon und – sehr wichtig – Aufzug gefunden.

Ausflüge in die
verschiedenen Stadtteile

Gerade hatten die Hamburger erste Kontakte in der Nachbarschaft geknüpft, da kam der Lockdown und machte das Kennenlernen neuer Freunde schwierig. Stattdessen unternahmen die beiden Ausflüge in die verschiedenen Stadtteile. „Mir fällt auf, dass an vielen Stellen der Stadt ein bisschen was erneuert werden müsste“, sagt Karl-Heinz Schmidt. Und er findet es seltsam, dass die Schwebebahn nur über der Wupper gebaut wurde: „Da könnte ich ja auch mit dem Boot fahren.“ Auch seine Frau bleibt zurückhaltend: „Wir sind wegen der Kinder hierhergezogen, nicht wegen der Attraktivität dieser Stadt.“

Die frühere Wuppertalerin hat die vergangenen 30 Jahre in Hamburg gelebt und dort zuletzt ein Altenpflegeheim geleitet. Dort hatten sich die beiden auch kennen gelernt. Ihr Mann war früher bei den Hamburger Elektrizitätswerken beschäftigt.

Eine Rede
zum Geburtstag

Vergangenen Sonntag feierte Karl-Heinz Schmidt groß im Golfhotel Vesper seinen 100. Geburtstag. Das Wetter spielte mit und so konnte die 30-köpfige Geburtstagsgesellschaft coronagerecht auf der Terrasse des Hotels sitzen. Viele Gäste waren extra aus Hamburg angereist, um dem Jubilar zu gratulieren. Dieser hielt sogar eine kurze Rede – wenn auch nicht mehr 20 Minuten lang wie noch bei seinem Geburtstag vor zwei Jahren. An vielen Tagen ist der 100-Jährige geistig noch topfit, auch wenn ihm das Laufen inzwischen schwerfällt. Doch er ist noch sehr interessiert an allem: Jeden Tag liest er die Westdeutsche Zeitung und bekommt so viel aus seiner neuen Heimatstadt mit. Auch im Bürgerverein Nächstebreck ist das Paar Mitglied. Und wenn die Abstandsregeln irgendwann nicht mehr nötig sind, werden die Hamburger sicherlich auch Wuppertaler finden, die ihnen die spezielle Schönheit ihrer Stadt nahebringen.