Ehemalige Kirchen: Von der Wohnung bis zur Tanzschule

Ehemalige Kirchen: Von der Wohnung bis zur Tanzschule

Die Evangelische Kirche in Wuppertal hat schon viele Gotteshäuser aufgegeben.

Wuppertal. In den vergangenen 30 Jahren wurden in Wuppertal 30 evangelische Kirchen für den Gottesdienst geschlossen. „Wir müssen uns kleiner setzen“, erklärt Werner Jacken, Sprecher des Kirchenkreises. Die Gemeinden haben Mitglieder verloren - auch weil Wuppertal insgesamt schrumpft. Gemeinden wurden zusammengelegt, Pfarrstellen reduziert. „Das muss sich auch bei den Kirchen zeigen.“

Immer wieder stellen Gemeinden fest, dass ihnen der Unterhalt mehrerer Kirchen zu teuer ist.

Über die Entwidmung einer Kirche entscheidet die Gemeinde, die als Besitzer der Gebäude für den Unterhalt zuständig ist. Die Landeskirche muss aber zustimmen, sowohl der Entwidmung als auch der künftigen Nutzung. Für die Zukunft der Kirchen haben die Gemeinden ganz unterschiedliche Lösungen gefunden. In einigen Fällen werden sie weiter kirchlich genutzt wie die Wichlinghauser Kirche, die derzeit in ein Begegnungszentrum umgebaut wird. Häufig zog Kultur in die Gebäude wie in die Immanuelskirche in Barmen oder die Pauluskirche in Unterbarmen.

Schon einige Male entstand Wohnraum wie in der Kreuzkirche in Langefeld oder der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Unterbarmen. Und so manches Mal fand sich eine besondere Nutzung wie die Orgelwerkstatt in der Trinitatiskirche am Arrenberg, ein Fotostudio in der Matthäuskirche in Uellendahl oder die Tanzschule, die in die Markuskirche in Sonnborn einzog. „Es muss eine vernünftige Nutzung sein“, erklärt Jacken. Eine Kirche könne keine Moschee werden, auch kein Discounter und keine Spielhalle.

Natürlich falle eine Entscheidung zur Entwidmung immer schwer, so Jacken. Viele hätten eine emotionale Beziehung zu ihrer Kirche. Aber er betont: „Es geht auch um den Erhalt kirchlichen Lebens.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung