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Vom Wahlkampf bleibt nur Müll

Vom Wahlkampf bleibt nur Müll

Plastikreste an den Bäumen ärgern die Stadtverwaltung.

Wuppertal. Seit fast einem Monat ist die Landtagswahl Geschichte - aber vergessen kann man sie dennoch nicht. Und das liegt nicht nur daran, dass NRW noch immer keine neue Regierung hat. In Wuppertal werden Autofahrer und Passanten aus einem anderem Grund täglich an den Wahlkampf erinnert, denn die Plakate der Parteien sind zwar verschwunden, nicht aber die Plastik-Halterungen der teils großformatigen Werbung.

Um Laternenmasten, Straßenschilder, vor allem aber um die Stämme von unzähligen Straßenbäumen sind sie geschlungen, Kabelbinder aus hellem Kunststoff. Vielerorts sind die Plakate offenbar einfach abgerissen worden, ohne die Befestigung abzutrennen. Die teils festgezogenen Plastikschnüre wirken an so manchem Baum ziemlich eng, und schön anzusehen sind sie auch nicht.

Doch kurzfristig wird niemand die Hinterlassenschaften der Wahlwerbung entfernen, wie von der Stadt zu hören ist: "Das ist sehr ärgerlich und auch bedenklich", sagt Markus Bien von der Verwaltung, "denn am Ende bleibt die Beseitigung an uns hängen."

Da die Stadt keine Listen darüber führe, welche Partei welchen Baum, welchen Masten und welche Laterne zuvor behängt hat, lasse sich der Verursacher des Mülls im Nachhinein nicht mehr ermitteln. "Wir haben kein Geld dafür, Leute loszuschicken, die von jedem einzelnen Baum die Kabelbinder entfernen", sagt Markus Bien.

Als einzige Möglichkeit bleibe, den hässlichen Plastikmüll im Rahmen anderer Routinearbeiten zu beseitigen - zuständig für die Straßenbäume ist das städtische Ressort Grünflächen und Forsten. Doch an sich, so die Stadtverwaltung, seien alle beteiligten Parteien aufgerufen, sich um die Wahlkampf-Reste an Bäumen und Laternen im Stadtgebiet zu kümmern. Markus Bien: "Eigentlich ist das die Bedingung fürs Aufhängen."