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Vom Stadtplan zur Matrix: Wissenschaft als Häppchen

Vom Stadtplan zur Matrix: Wissenschaft als Häppchen

Freundeskreis der Uni zeichnete junge Wissenschaftler aus. Die erklärten dem Publikum im Kurzformat ihre Arbeiten.

Wuppertal. Schon das Vorlesen des englischen Titels der Doktorarbeit vom Marcel Schweitzer fiel Johannes Köbberling schwer. Der Vorsitzende der „Freunde und Alumni der Bergischen Universität“ (Fabu) erklärte, er sei sehr gespannt, wie der Mathematiker diese dem Publikum erklären wolle. Denn das musste Marcel Schweitzer, ebenso wie die sechs anderen Preisträger, deren Arbeiten die Fabu am Dienstagabend auszeichnete. Preise erhielten zudem ein iranischer Student und eine Kunststudentin.

Marcel Schweitzer verzichtete darauf, dem Publikum im Hörsaalzentrum auf dem Campus Freudenberg tatsächlich seine Forschung zu erklären. Stattdessen machte er an einem einfachen Beispiel ihren Nutzen deutlich. Bei der Berechnung von Netzwerken, zum Beispiel Straßennetzen, mit Matrizen — „Kästen mit Zahlen“ — kann seine Methode helfen, größere Datenmengen zu verarbeiten und das dann auf die Richtigkeit zu überprüfen.

Auch wenn hinterher sicher nicht alle schlauer waren, wirkte sein Vortrag so erfrischend, dass Marcel Schweitzer gleich noch einen Preis errang: Das Publikum wählte seinen Vortrag als den besten des Abends, dafür erhielt er eine Flasche Sekt.

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Aber auch den anderen Preisträgern gelang es, den Zuhörern zumindest eine Idee ihrer Arbeit zu vermitteln. Daniel Bury forschte im Rahmen seiner Doktorarbeit zu Antibiotika, Daniel Bruns untersuchte, die Liebe zu Produktmarken.

Katharina Pfeiffer ging in ihrer Masterarbeit der Frage nach, wie junge Leute in Deutschland zu islamistischen Terroristen werden und was dagegen getan werden kann, Tobias Bahn prüfte Vorhersagen des Energieverbrauchs, um die Auslastung von Stromnetzen zu organisieren.

Lea-Maria Anger hatte sich mit einem aktuellen Thema beschäftigt, nämlich mit Geheimhaltung aus Gründen der Staatsräson. Sie zeigte am Beispiel von Wallenstein, dass das schon historisch ein Thema war. Und Nico Migchielsen erklärte dem verblüfften Publikum, dass möglicherweise Eischnee ein besseres Löschmittel ist als giftige Schäume.

Die Nachwuchsforscher erhielten nicht nur Urkunden, sondern auch Geldpreise zwischen 1000 und 2000 Euro, gestiftet von der Thomas Meyer-Stiftung und der Stadtsparkasse. Eine Jury hatte die Preisträger unter 44 Bewerbern aus 21 Fachgebieten ausgewählt.

Ausgezeichnet wurde auch Ahmad Pishehvari. Der Deutsche Akademische Austauschdienst hat den Elektrotechniker aus dem Iran für hervorragende Leistungen und sein soziales Engagement ausgewählt. Weil er erkrankt ist, konnte er den mit 1000 Euro dotierten Preis nicht selbst entgegennehmen.

Den diesjährigen Stella-Baum-Preis zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses erhielt die Kunststudentin Martina Verbocket. Katja Pfeiffer, Professorin für künstlerische Praxis, stellte die farbigen Installationen der Künstlerin vor. Der Preis in Höhe von 2500 Euro wird von den Fabu und dem Rektorat vergeben.

Auch dank der lockeren Moderation von Johannes Köbberling und der beschwingten Musikeinlagen des Unichors genossen die Gäste die geistig hoch anspruchsvolle Kost in einem unterhaltsamen Rahmen.