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Vollplaybacktheater: Geisterjagd zum Abschied

Vollplaybacktheater: Geisterjagd zum Abschied

Nach 15 Jahren haben sich die Darsteller dazu entschieden, ihre Show erst einmal auf Eis zu legen und eigene Wege zu gehen.

Wuppertal. Tränen zum Abschied? Hart an der Grenze war das bei einer Show in Düsseldorf, als im Publikum auf einmal Wunderkerzen die Runde machten und das Wuppertaler Vollplaybacktheater vor einem Lichtermeer stand, mit dem die Fans nach 15 Jahren „Tschüss“ sagten. „Natürlich hast du in einem solchen Moment Pipi in den Augen“, sagt David „Jott“ Becher, Sprecher des VPT und mit seiner Ensemble-Familie derzeit auf bundesweiter Abschiedstournee. „Wir hätten 1997 ja nie gedacht, dass wir diesen Quatsch 15 Jahre lang machen würden.“

Und noch einmal ziehen Britta Lemon, Barbara Büchmann (als ihre Vertretung), Supaknut, Sven Blievernicht, Christoph Landwehr, Doktor Thomas und David J. Becher alle Register: Zunächst touren sie bis Ende Dezember mit der Drei-Fragezeichen-Show zum „Super-Papagei“ quer durch Deutschland — und füllen dabei noch einmal große Hallen.

Im Februar und März widmet sich das VPT zum Finale seiner Lieblingsshow und bringt den Geisterjäger John Sinclair noch einmal auf die Bühne, wenn es in „Das Horror-Schloss im Spessart“ geht. Dann spielt das VPT auch noch einmal in seiner Heimatstadt (siehe Info-Kasten) — und der Vorverkauf läuft.

„Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist“, sagen die beiden Wuppertaler „Vollplaybacker“ im Gespräch mit der WZ. Auf die Frage, ob sie die ausverkauften Touren und die stehenden Ovationen Abend für Abend vermissen werden, gibt es eine klare Antwort: Es sei letzten Endes unerheblich, ob man vor 30 oder 300 Zuschauern spiele, wenn die Show — gleich welcher Art — dem Publikum gefällt.

So gibt es im Ensemble einige Pläne für die „Zeit danach“: Das „Supagolf“-Projekt am Mirker Bahnhof (mit 1200 Besuchern allein in diesem Jahr) gehört ebenso dazu wie die Trash-Comedy-Show „ASL-AK“, die wieder aufleben soll.

Und es gibt nicht zuletzt familiäre Gründe für den Kurswechsel: Inzwischen wachsen vier „Ensemble-Kinder“ auf, und bevor auf der Bühne alles zur Routine werde, höre man lieber auf. Erst einmal zumindest.

Ganz auszuschließen ist eine Rückkehr des Vollplaybacktheaters eines Tages jedenfalls nicht: Man bleibe weiter in Verbindung — und gerade das ist in Wuppertal ja nicht wirklich ein Problem. Doch erst einmal geht es noch einmal auf eine gepflegte Geisterjagd mit John Sinclair.