Volles Programm: Wuppertal feiert zwei Tage Rebellen und Historie

Volles Programm: Wuppertal feiert zwei Tage Rebellen und Historie

Am 8. und 9. September gibt es einen wahren Feier-Marathon

Wuppertal. Napoleon über die Schulter schauen? Friedrich Engels die Hand schütteln? Oder doch lieber Udo Lindenberg tief in die Augen blicken? Wer sich nicht für einen Favoriten entscheiden kann, kann sein Glück dreifach versuchen — und jeden der Herren treffen.

Ob es im Einzelfall tatsächlich zu einer handfesten Begegnung kommt, wird sich am 8. und 9. September zeigen. Denn zur Feier des Tages — die Friedrich-Engels-Allee erlebt ihren 200. Geburtstag — wird sie fünf Stunden lang zur autofreien Flanierzone.

Die Aussichten sind also ganz besondere. Denn eines steht bereits fest: Es sollen zwei ultimative Fest-Tage werden. Deshalb geben sich auch nicht nur Napoleon, Engels und Lindenberg die Ehre. Auch Erich Honecker wird Kurs auf Unterbarmen nehmen — in bester Schauspieler-Montur, versteht sich.

Der (fünfte) Mann, der unter anderem dafür sorgt, dass die vier Persönlichkeiten nach Wuppertal kommen, heißt Johannes Blum, ist Musikdramaturg der Wuppertaler Bühnen — und jetzt schon gespannt darauf, wie das Publikum reagiert, wenn Rock-Rebell Udo Lindenberg vor dem Engels-Haus „Honni“ eine Gitarre schenkt — ganz so wie vor 25 Jahren.

Die Promi-Doppelgänger spielen eine zentrale Rolle, sind aber längst nicht alles, was das Wochenende zu bieten hat. „Wir feiern gleich mehrere Feste auf einmal“, betont Blum, der zum Kreis derer gehört, die das einzigartige Großspektakel derzeit mit Hochdruck planen.

Dazu gehört nicht nur das Theaterfest, mit dem die Wuppertaler Bühnen die Spielzeit 2012/2013 eröffnen. Abgesehen davon gibt es den Tag des offenen Denkmals und die „Lange Nacht der Museen“.

Mindestens genauso wichtig, wenn nicht das Wichtigste überhaupt: Am 8. und 9. September gratulieren die Wuppertaler ihrem Stadtteil Unterbarmen und der Friedrich-Engels-Allee zu ihrem 200. Geburtstag, feiern das Geschichtsfest und veranstalten am Samstagabend frei nach dem Motto „Flanieren auf der Allee“ ein Straßenfest, bei dem Autos unerwünscht sind.

Von 19 bis 24 Uhr soll die Friedrich-Engels-Allee am 8. September für den Autoverkehr gesperrt sein, sagt Blum — von den Haspel-Häusern bis zum Opernhaus. Und das hat seinen Grund: „Die Anwohner sind aufgefordert, ihr Wohnzimmer nach außen zu verlegen“, verrät der Organisator der Bühnen, der das Fest zusammen mit dem Bürgerverein Unterbarmen, dem Historischen Zentrum und dem Bergischen Geschichtsverein auf die Beine stellt.

Apropos Füße: „Napoleon und Engels werden über die Allee flanieren und sich unterhalten.“ Zuem locken künstlerische Beiträge in diverse (Hinter-)Höfe. So singt der Chor der Bühnen an der Mühlenbrücke, gibt es Barockmusik mit Sopranistin Elena Fink und kann das Publikum Schauspielerin Anne-Catherine Studer bei einer Lesung erleben.