Volksbank baut Personal ab

Volksbank baut Personal ab

Wechsel in Vorstand und Aufsichtsrat.

Wuppertal. Wenn ein Vorstandsmitglied das Unternehmen verlässt und ein fünfköpfiger Aufsichtsrat nach der Sitzung der Vertreterversammlung mit vier neuen Personen ausgestattet ist, dann dokumentiert das wohl das, was man einem Neuanfang nennt. Und wenn, wie bei der Volksbank, damit zum dritten Mal innerhalb von rund drei Jahren ein Mitglied aus dem zweiköpfigen Vorstand ausscheidet, ist wohl klar, dass sich die Volksbank jetzt eine Zeit der Ruhe wünscht.

Die Dividende an die Mitglieder (bei einer Höhe von 4 Prozent plus einem Bonus von 0,5 Prozent komfortabel) ist nun jedenfalls ausgezahlt, nachdem die Vertreterversammlung wegen eines Unfalls des Vorstands Heinz-Günter Wahle verspätet stattfand. Und Wahle hat mit dem aus Stralsund stammenden Hardy Burdach einen Vorstand zur Seite, dem Kontinuität nicht fremd ist. Denn an der Ostsee hat Burdach 17 Jahre in der Genossenschaftsbank gearbeitet, bevor er als Leiter des Firmenkundengeschäfts vor 15 Monaten nach Wuppertal kam.

Die beiden Vorstände stehen jetzt aber vor der Herausforderung, gleichzeitig das Ausscheiden von Ex-Vorstand Wolfgang Gerking (der über sieben Jahre das Gesicht der Bank war) zu erklären, die Bank neu auszurichten und die Sanierung zu forcieren. Wahle: "Wir werden nicht umhin kommen, uns das Thema Personalkosten anzuschauen." Das heißt: Schon bald werden weniger als die derzeit rund 140 Mitarbeiter bei der Volksbank beschäftigt sein. Pläne für Schließungen bei den zehn Filialen gibt es nicht, doch für Wahle steht fest: "Wir nutzen die Marktpotenziale nicht." Künftig aber soll das Institut stärker "eine normale Volksbank" sein. Das bedeutet: Mehr Privatkundengeschäft, mehr Umgang mit den vermögenden Privatkunden und ein stärkeres Zurückmelden im Immobiliengeschäft, wie Wahle erklärt. Gerking hingegen soll den Focus auf das Firmenkundengeschäft gelegt haben.

Die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres: 330.000 Euro Jahresüberschuss, fast 5080 Mitglieder (per Saldo gut 500 neue), etwa wie im Vorjahr 27.660 Kunden. Klare Ansage des Vorstands: Der Jahresüberschuss soll erhöht werden, um bei der Sanierung schneller vorwärts zu kommen.