Wuppertal: Vohwinkeler Kirche zeigt Kunst, die auch anecken darf

Wuppertal : Vohwinkeler Kirche zeigt Kunst, die auch anecken darf

Zum vierten Mal gibt es zeitgenössische Kunst, Literatur und klassische Musik in sakraler Umgebung.

Museen, Galerien und Ateliers sind die klassischen Orte für die Begegnung mit Kunst. Sie bieten ideale Rahmenbedingungen für die ausgestellten Werke. Allerdings bleibt das kulturinteressierte Publikum dort meist unter sich. Umso spannender ist es, wenn der kreative Austausch in ungewöhnlichem Rahmen stattfindet. Bei der kommenden Soiree in der Evangelischen Kirche an der Gräfrather Straße wollen die Organisatoren diesen Ansatz fortsetzen. Zum vierten Mal wird ein Mix aus zeitgenössischer Kunst, Literatur und klassischer Musik vor sakraler Umgebung präsentiert. Veranstalter ist die Stiftung Zukunft Evangelisch Vohwinkel. Sie hat sich wieder um ein gutes Programm bemüht, das bewusst auch Besucher abseits der Kunstszene ansprechen will. In den letzten Jahren stieß das Konzept auf reges Interesse.

Die Idee von Kunst in
der Kirche kommt gut an

„Mittlerweile hat sich unsere Idee von Kunst in der Kirche herumgesprochen und die Leute reagieren sehr positiv darauf“, sagt Mitinitiator Uwe Huxholl. Zusammen mit seiner Frau Petra und Pfarrerin Sylvia Wiederspahn organisiert er die Soiree am 10. März. Der Maler und Zeichner freut sich auf prominente Beteiligung. Musikerin Karola Pasquay und Schauspieler Olaf Reitz waren bereits beim Vohwinkeler Viertelklang Festival dabei. In ihrem Programm verbinden sie neue, improvisierte Musik mit Texten des Schriftstellers Christian Morgenstern. Dabei wird die Rezitation von Gedichten und Texten mit Klangstücken und akustischen Experimenten kombiniert. „Das Ganze hat unheimlich viel Witz und macht großen Spaß“, verspricht Uwe Huxholl.

Nicht weit zur Soiree hat es die Haaner Zeichnerin Doris Tsangaris. Sie zeigt mehrere Bildzyklen aus ihrem umfangreichen Schaffen. Die abstrakten und vom Expressionismus beeinflussten Werke werden in einer fries-ähnlichen Anordnung gezeigt. „Mit ihrer Ornamentik sind die schwarz-roten Zeichnungen ein Ausdruck des Unterbewusstseins und üben auf den Betrachter eine starke Wirkung aus“, so Huxholl.

Für ihn ist die Kirche ein idealer Ausstellungsort. „Die Atmosphäre ist sehr inspirierend“, findet der Vohwinkeler. Wichtig ist allen Beteiligten der Austausch. „Wir möchten mit der Veranstaltung zu einem lebendigen Dialog einladen“, sagt Sylvia Wiederspahn. Dabei wird bewusst auf zeitgenössische Kunst gesetzt, die auch mal anecken darf. „Die Werke und das Programm sollen aber für das Publikum zugänglich bleiben“, so die Pfarrerin. Im Anschluss gibt es für die Besucher Gelegenheit, mit den Akteuren der Soiree ins Gespräch zu kommen. „Wir sind sehr gespannt darauf, wie sich der Abend entwickelt“, sagt Uwe Huxholl.

„Wir möchten das auf jeden Fall als feste Veranstaltung etablieren“, betont Petra Huxholl. Sie und ihr Mann haben mit ihren Aktivitäten viel frischen Wind in die Kunstszene des Wuppertaler Westens gebracht. Das vor fünf Jahren gegründete Atelier „Rubenswerkstatt“ spielt dabei eine wichtige Rolle. Uwe Huxholl nutzte die Räume an der Rubensstraße erst für eigene Arbeiten. Dann kamen Veranstaltungen mit anderen Künstlern hinzu. Mit der Soiree wurden sie mit auf die Kirche an der Gräfrather Straße ausgeweitet. „Das ist für unsere Gemeinde positiv, so lernen uns auch Menschen kennen, die den Gottesdienst sonst nicht besuchen“, sagt Wiederspahn.

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