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Vohwinkeler Dirt-Bike-Strecke im Osterholz droht das Aus

Mitglieder gesucht : Vohwinkeler Dirt-Bike-Strecke im Osterholz droht das Aus

Nur wenn der VSTV neue Mitglieder für die betroffene Abteilung bekommt, kann der Erhalt der Anlage gesichert werden.

Die jungen Fahrer sausen mit mächtig Tempo über die steilen Erdhügel. Ihre weiten Sprünge sind nichts für schwache Nerven. Auf der Dirt-Bike-Strecke im Waldgebiet Osterholz herrscht gerade am Nachmittag Hochbetrieb. Doch die Nutzung der Anlage ist eigentlich nicht gestattet. Offiziell dürfen auf ihr nur Mitglieder des Vohwinkeler STV unterwegs sein. Darauf weisen mehrere Schilder im Wald hin.

Der Verein hat seit 2012 einen Nutzungsvertrag mit der Stadt. Damals wurde eine eigene Dirt-Bike-Abteilung gegründet, um den rasanten Fahrspaß zu legalisieren. Dafür sorgte unter anderem ein spezieller Versicherungsschutz. Das Problem: Ende vergangenen Jahres wurde die Abteilung mangels Mitglieder aufgelöst. Eine Wiederbelebung scheiterte bisher aufgrund von fehlendem Interesse. Dadurch droht dem Parcours das Aus. „Wenn sich an der Situation nichts ändert, werden wir den Nutzungsvertrag mit der Stadt fristgerecht zum 30. September kündigen“, erklärt der VSTV-Vorsitzende Mathias Conrads. Die Laufzeit gehe dann noch bis Ende des Jahres.

„Die Verwaltung hat angekündigt, dass die Anlage anschließend aus versicherungstechnischen Gründen zeitnah eingeebnet wird“, berichtet Conrads. Er und der weitere Vorstand bedauern die Entwicklung. „Wir haben aber leider keine andere Wahl“, betont der zweite Vorsitzende Peter Janßen. Eine Lösung für einen langfristigen Erhalt wäre der Eintritt der aktuell im Waldgebiet fahrenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Vohwinkeler STV. Dafür warb der Vorstand beim Ortstermin an der Strecke. Dabei wurde deutlich, dass sich die meisten Dirt-Biker der Problematik trotz Schilder nicht bewusst sind.

Anbindung an die Trasse
steigert die Attraktivität

Durch die gute Anbindung an die Trasse kommen viele auch gar nicht aus Vohwinkel. Das gilt etwa für den 13-jährigen Max, der die Anlage seit einiger Zeit regelmäßig nutzt. „Ich wusste gar nicht, dass wir hier nicht fahren dürfen“, erzählt er. Eine Einebnung der Strecke würde für ihn und seine Freunde einen herben Verlust bedeuten. „Das wäre total schade“, sagt Max. Ähnlich sieht es Spaziergängerin Rita Mönnigmann. „Die Kinder und Jugendlichen haben hier riesigen Spaß und gerade für die Jungs ist es wichtig, dass sie einen Anreiz abseits von Spielkonsole und Handy bekommen“, findet sie. Immerhin standen die jungen Dirt-Biker beim Ortstermin der Idee eines Vereinseintritts durchaus aufgeschlossen gegenüber und versprachen, ihre Eltern darauf anzusprechen. „Bei entsprechender Resonanz können wir gern einen Termin organisieren“, sagt Mathias Conrads. Wichtig sei auch, dass sich wieder ein volljähriger Leiter der Dirt-Bike Abteilung finde.

Die Situation erinnert ein wenig an die Entwicklung vor acht Jahren. Auch damals drohte den zunächst illegal errichteten Rampen und Sprüngen im Wald das Aus. Nach Übernahme durch den VSTV beteiligten sich die Jugendlichen tatkräftig daran, das Gelände an die Sicherheitsvorgaben der Verwaltung anzupassen. Das Ergebnis kann sich bis heute sehen lassen. Zwölf Sprünge haben im Rahmen der vorgegebenen Nutzung den Segen der Stadt. Zudem gibt es einen sogenannten Chicken Trail mit etwas niedrigerem Schwierigkeitsgrad für die ganz jungen „Dirt Bike“-Fans. Der Verwaltung entstanden keine Kosten, die Beschilderung übernahm ein Sponsor. Auf der Anlage gelten neben der VSTV-Mitgliedschaft klar definierte Regeln. Dazu gehören unter anderem eine Helmpflicht, der Verzicht auf Musikbeschallung sowie ein striktes Alkoholverbot.