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Völkerkundemuseum: Mehr Raum für Schutzgötter

Völkerkundemuseum: Mehr Raum für Schutzgötter

Das Museum öffnet nach vier Monaten Umbau wieder. Neue Angebote sollen mehr Besucher auf die Hardt locken.

Wuppertal. Vor mehr als vier Monaten landeten afrikanische Masken, Schmuck und Waffen, Kultgegenstände und Alltagsutensilien fein säuberlich verpackt in Kisten und Kartons - die Renovierung des Völkerkundemuseums konnte beginnen. Jetzt haben die doppelköpfig-bemalte Ahnenfigur "telum", ein in Europa einzigartiges Stück, die Masken und die anderen Exponate ein neues, helleres und viel großzügigeres Zuhause.

Wände wurden eingerissen und Teile der Ausstellung umstrukturiert, so dass es jetzt auch eine freie Fläche für Aktionen gibt. Rund 50000 Euro wurden in die Renovierung gesteckt. Am Sonntag, 24. August, wird das Haus, das zur Archiv- und Museumsstiftung Wuppertal gehört und das Gegenstände beherbergt, die Missionare in 180 Jahren mit nach Wuppertal brachten, neu eröffnet.

"Durch die Neugestaltung kommen unsere Einzelstücke viel besser zur Geltung. Eine ganz neue Atmosphäre ist entstanden. Vorher waren die Glasvitrinen zu voll", sagt Museumsleiterin Dr. Folke Obermark-Stiller. So hätten zum Beispiel viele der Schutzgötter notdürftig auf dem Boden gestanden und seien gar nicht wahrgenommen worden.

Die historischen Fotos der Missionare gibt es statt in Schaukästen in Zukunft in einer Schleife per digitalem Bilderrahmen zu sehen. In dem gewonnenen Raum im Museumsinneren werden neuerdings auch Filmabende und Vorträge veranstaltet - den Anfang macht ein Abend über indianische Heilmedizin.

Hinter der Neugestaltung steht natürlich auch der Wunsch, mehr Besucher an die Missionsstraße zu locken. Im Jahr 2007 kamen rund 2500 Besucher ins Museum. "Eine Verdopplung wäre toll", sagt Obermark-Stiller, besonders zahlreiche Familien mit Kindern seien willkommen. Auch wünschen sie und ihre Kollegin Jeanette Mohr sich, dass noch mehr Wuppertaler wahrnehmen, welche Schätze sich im Völkerkundemuseum verbergen. "Das Museum gibt es seit 1917, aber viele - selbst Leute, die auf der Hardt wohnen - haben noch nichts von uns gehört."