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Vitenius: Bezirksvertretungen werden mehr wertgeschätzt

Fragebogen 2020 : Vitenius: Bezirksvertretungen werden mehr wertgeschätzt

Der Bezirksbürgermeister blickt voraus, was Elberfeld und die Stadt 2020 erwartet.

Kein Jahr ohne den WZ-Fragebogen: Auch 2020 wollen wir von den Bezirksbürgermeisterinnen und -meistern wissen, was in ihrem Bezirk dieses Jahr auf dem Programm steht und welche Herausforderungen warten. Den Auftakt macht Hans-Jürgen Vitenius (SPD), Bezirksbürgermeister von Elberfeld.

2020 ist das Engels-Jahr. Was bedeutet Friedrich Engels für Sie persönlich und welche Rolle spielt er für Wuppertal?

Hans-Jürgen Vitenius:  Mich beeindruckt die soziale Einstellung von Friedrich Engels trotz der Herkunft aus reicher Familie.  Friedrich Engels ist für Wuppertal — so meine zufriedene und zugleich neugierige Feststellung als „Herkunft-Unterbarmer“ mit der Hauptkirche als Engels-„Familienkirche“ —  ein enorm wichtiger Stichwortgeber für ein atemberaubendes Jubiläumsprogramm und wird hoffentlich „weltweit“ wahrgenommen.

Welchen Veranstaltungen und Terminen — losgelöst vom Engels-Jubiläum — fiebern Sie in Ihrem Bezirk entgegen?

Vitenius: Da nenne ich mal bewusst die Kommunalwahl und ein hoffentlich wohltuendes Ergebnis für die Demokratie.

Was könnte ein Aufreger-Thema in Ihrem Bezirk werden?

Vitenius: Nachdem die großen Pläne (FOC / Seilbahn) „gestorben“ sind, könnte eine weitere Verzögerung bei der Fertigstellung des Wupperpark-Ost-Projekts mit Café Cosa  kaum mehr verständlich und hinnehmbar sein. Andere „Aufreger“ werden sicher zusätzlich entstehen, warten wir es mal ab... Ich hoffe, dass es nicht unsere Schwebebahn ist.

Stichwort Mobilitätswende: Wo sehen Sie in Ihrem Bezirk Chancen und Möglichkeiten, aber wo auch schwer überwindbare Hürden?

Vitenius: Chancen sehe ich dann, wenn uns gute Begründungen und offene Gespräche begleiten. Dann gibt es Zustimmungs-Chancen. Oder wir brauchen einen erneut extrem heißen Sommer? So oder so: Viel zu oft soll sich mein Gegenüber, der/die Andere, im Alltags-Verhalten verändern, weniger ich selbst. Und wenn immer weniger Parklätze und zugleich weniger WSW-Busse sich thematisch begegnen, dann wird es schwierig.  Dennoch: Irgendwann wird Wuppertal tatsächlich Fahrradstadt.

2020 ist auch das Jahr der Kommunalwahl. Was erhoffen Sie sich daraus für Ihre Partei?

Vitenius: Ich hoffe, dass unsere Leistungen gewürdigt werden und sich im Wahlergebnis widerspiegeln.

Und wer darf für 2021 den WZ-Fragebogen für Ihren Bezirk ausfüllen?

Vitenius: Ich werde es nicht sein. Alles andere ist wirklich nicht voraussehbar.

Rückblickend: Gibt es Themen, die Sie im Fragebogen in der Vergangenheit angesprochen haben, die Sie zukünftig aber vermeiden würden, weil sich eh nichts tun wird?

Vitenius: Ich hoffe nach wie vor voller Optimismus, dass die Anregungen und Ideen aus den Bezirksvertretungen letztlich wahrgenommen und aufgegriffen werden, stammen sie doch oft aus der Schatztruhe engagierter Bürgerinnen und Bürgern.  Dennoch bleiben manche Ideen leider unerledigt, weil wirklich das Geld fehlt.

Noch kein Investor für die ehemalige Bergische Sonne, die Bahndirektion bleibt vorerst ein großer Leerstand und die Seilbahn ist beim Bürgervotum klar gescheitert — für welches Großprojekt in der Stadt sehen Sie dagegen Chancen?

Vitenius: Eigentlich könnte Wuppertal zuerst einmal durch ein noch offenes Großprojekt wie das Pina Bausch Zentrum genug beschäftigt sein, dennoch würde ich zusätzlich von einer Bundesgartenschau begeistert sein.

Erstmalig konnten die BV  2019 über die Vergabe der GFG-Mittel selbst entscheiden. Ein guter Schritt?

Vitenius: Hier ist noch Eingewöhnung nötig. Wir waren es über lange Zeit gewohnt, die Verwaltung vorschlagen zu lassen (bzw. mangels Geld nichts vorzuschlagen zu lassen).  Nun haben wir erkennbar sehr unterschiedliche Ideen in den zehn Bezirken, das spornt uns sehr an.

Die Zusammenarbeit, gerade zwischen den Bezirksbürgermeistern, wurde in den vergangenen Jahren intensiviert. Aber wie weit sehen Sie die Bezirksvertretungen auf ihrem Weg zu mehr Einfluss?

Vitenius: Wir haben durch unsere interne — mich beeindruckende — Einvernehmlichkeit zumindest schon einmal erreicht, mit deutlich mehr Wertschätzung ernsthaft wahrgenommen zu werden.  Wir spüren, dass wir wirklich schon mehr Einfluss gewonnen haben. Ich sehe uns als Gesprächspartner auf Augenhöhe. So muss es sich weiter entwickeln.