Heckinghausen: Vision für Heckinghausen sorgt für volles Stadtteilzentrum

Heckinghausen : Vision für Heckinghausen sorgt für volles Stadtteilzentrum

Manfred Meyers stellte seine Ideen für die „neue Mitte Heckinghausen“ vor. Es zeichnet sich Diskussionsbedarf ab.

Ein neues, grünes und autofreies Viertel rund um den Gaskessel in Heckinghausen als Ausgangspunkt für eine nachhaltige Veränderung ganz Wuppertals mit Premium-Fahrradwegen und attraktivem Nahverkehr – es sind große Pläne, die Manfred Meyers mit seiner Vision „Neue Mitte Heckinghausen“ entwickelt hat. Sie stießen auf große Resonanz bei der ersten Vorstellung der Ideen am Mittwochabend: Gut 80 Interessierte kamen ins Stadtteilzentum Heckinghausen. „Wir sind überwältigt“, gab Guido Mengelberg vom Forum Heckinghausen zu – und war gleichzeitig froh über die Resonanz: „Die zahlreiche Teilnahme zeigt das große Interesse an den Ideen für Heckinghausen“, sagte Mengelberg bei der Begrüßung. Das Konzept der Veranstaltung: „Wir wollen die Vision vorstellen und bitten alle, sich erst einmal darauf einzulassen“, so Mengelberg.

Manfred Meyers stellte seine Ideen für die „Neue Mitte Heckinghausen“ noch einmal im Detail vor. Sie reichen von einem grünen, belebten und autofreien Viertel rund um den Gaskessel und die Heckinghauser Straße über klimaneutrale Häuser an der Straße „Auf der Bleiche“ bis hin zu einem Zugang zur Wupper. Zudem solle der Verkehr in der Stadt schwerpunktmäßig auf öffentlichen Nahverkehr mit einem Ticket umgestellt werden, das auch Leihfahrräder und Sammeltaxis einbezieht, und neben den bestehenden Trassen sollen weitere „Premium-Fahrradwege“ entstehen. „Unsere Vision ist, in Heckinghausen einen lebenswerten, zukunftsorientierten und nachhaltigen Stadtteil zu schaffen“, so Meyers. Visionen seien wichtig für die Stadtentwicklung, findet Meyers: „Wenn die Menschen Visionen verinnerlicht haben, dann wird ihre Sehnsucht geweckt.“ Und dafür sei gerade der richtige Zeitpunkt, da sich die Welt sehr stark verändere. Natürlich müsse man Schritt für Schritt vorgehen, doch man könne auch an viele bereits begonnene Prozesse anschließen. Stadtverwaltung und Stadtwerke seien ja auch schon mittendrin in den Planungen, wie man die Stadt hin zu mehr Nachhaltigkeit verändern könne.

Unruhe, als es um beinahe autofreie Zonen ging

Erste Unruhe kam auf, als Meyers vorschlug, den Bereich um den Gaskessel als sogenanntes „Bleicherviertel“ in Form eines „Superblocks“ zu gestalten. Das Vorbild sei Barcelona, wo in bestimmten Blocks nur noch Lieferverkehr und Anwohner die Straßen mit Schrittgeschwindigkeit mit dem Auto befahren dürften. „Wo parken dann die Anwohner?“, fragte ein Besucher. „Was ist mit den älteren Leuten? Die können doch nicht alle Rad fahren“, wandte eine Besucherin ein.

Doch um Diskussionen solle es an diesem Abend noch nicht gehen, unterbrach Mengelberg. Die Veranstaltung sei ein erster Schritt. In einem zweiten Schritt sollen gute Beispiele für nachhaltige Entwicklung aus anderen Städten vorgestellt werden. Und im dritten Schritt könne dann über die Fragen aller Bürger gesprochen werden. „Wir wollen die Ideen jetzt erst einmal wirken lassen“, so Mengelberg. „Was davon realisierbar ist, sehen wir dann im weiteren Prozess.“

Der Vorschlag komme genau zum richtigen Zeitpunkt, sagte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Renate Warnecke (SPD). „Vor fünf Jahren wäre die Resonanz noch nicht so groß gewesen“, stellte sie einen Wandel des Zeitgeistes fest. Auch Günther Wahle ist begeistert: „Es ist super, dass es eine Vision gibt, die aus dem Quartier kommt.“