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Vintage-Möbelhändler: Wuppertal fühlt sich wie Berlin in klein an

Vintage : „Wuppertal fühlt sich wie Berlin in klein an“

Philip Seiler handelt am Höchsten mit Vintage-Möbeln. Dafür hat er der Hauptstadt den Rücken gekehrt.

Vom Prenzlauer Berg in die Elberfelder Nordstadt: Lange gefremdelt hat Philip Seiler mit Wuppertal nicht. Nach sieben Jahren Berlin ist er im Januar der Liebe wegen umgezogen und scheint bereits angekommen zu sein. „Ich bin von der Stadt begeistert, sie fühlt sich manchmal wie Berlin in klein an“, sagt er zu seiner neuen Wahlheimat.

Seit Mitte Februar betreibt der 39-Jährige am Höchsten in den stilvollen Räumen einer ehemaligen Schreinerei einen Showroom für Vintage-Möbel der 50er und 60er Jahre. Architektonisch typisch für die Nordstadt passiert der Besucher von der Straße kommend eine niedrige Durchfahrt in den Hinterhof, wo in einem aufgefrischten Backsteinbau auf gut 80 Quadratmetern unter anderem Sitzgruppen, Sessel, Couch- und Küchentische sowie Unikate des Industriedesigns auf neue Besitzer warten.

„Monsieur Unique“ gibt es seit 2016, Seiler hat sein Geschäft und den Trend für Einrichtungsgegenstände aus der so genannten Mid-Century-Ära nach Wuppertal transferiert.

Die Freude über die gelungene Eröffnung mit vielen positiven Besucherreaktionen war aber coronabedingt nur von kurzer Dauer. Auch Seiler musste schließen, blies jedoch nicht lange Trübsal und bietet nun seine Ware ausschließlich online an. Ab bestimmten Einkaufssummen ist die Lieferung in NRW oder deutschlandweit frei. Neben dem Verkauf vor Ort fällt für ihn derzeit auch das Beschaffen neuer Stücke aus. Fündig wird er bei seinen Einkaufstouren durch Europa sonst auf Antikmärkten, die nun nicht stattfinden. Hin und wieder werden ihm auch von privat Dinge angeboten.

Seiler schätzt das kulturelle Angebot in Wuppertal

Der studierte Sport-Journalist hat aus seiner Passion ein Geschäft gemacht. „Seit vielen Jahren halte ich schon Ausschau nach ausgefallenen Vintage-Stücken, das ist einfach eine Sammelleidenschaft von mir. Über die Jahre habe ich mir das entsprechende Know-how angeeignet. Zum Verkauf kommen nur Dinge, die mich auch persönlich ansprechen“, sagt Seiler.

Bekannt für ihren Mid-Century-Stil sind vor allem Designer und Marken aus Skandinavien und Italien. Typische Erkennungsmerkmale der Möbel sind ihre klassischen, schlichten Formen. „In Berlin gibt es dafür ein designinteressiertes und internationales Publikum, der Vintage-Trend ist in der ganzen Stadt zu spüren, zum Beispiel in Cafés oder Büros“, sagt Seiler.

Nun also Wuppertal. Weg aus der mitunter hektischen Hauptstadt, hin zu mehr Beschaulichkeit. „Klar, in Berlin ist immer etwas los. Aber man braucht von einem Stadtteil zum anderen auch manchmal 30 Minuten. In Wuppertal ist man in zehn Minuten überall. Hier lässt es sich ruhig und entspannt leben, trotzdem gibt es vielfältige Lokalitäten.“ Auch das kulturelle Angebot und die Künstler- und die freie Szene der Stadt haben es ihm angetan.

Privat hat Seiler im Arrenberg-Viertel den Anker geworfen. „Die Stadt hat für mich die richtige Größe, und das Umland ist interessant. Das hat mir auch die Eröffnung des Showrooms gezeigt. Es kamen Leute aus Düsseldorf und Köln. Vielleicht gelingt es mir, ein bisschen Berlin-Flair nach Wuppertal zu bringen.“