Wuppertal: Vier Autos und ein Feuerwehrwagen rutschen von der Straße

Wuppertal : Vier Autos und ein Feuerwehrwagen rutschen von der Straße

Ein Wagen drohte, auf der Alten Rottsieper Straße den Hang hinabzustürzen. Auf der Lichtscheider Straße kam es zu zwei Unfällen mit drei Verletzten.

Die Alte Rottsieper Straße im Wohnquartier Berghausen ist am Mittwochnachmittag durch den anhaltenden Schneefall zu einer spiegelglatten Falle für vier Autos und ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr geworden. Nach Angaben der Helfer drohte sogar das hinzu gerufene Streufahrzeug des Eigenbetriebs Straßenreinigung (ESW) von der Straße abzukommen.

Das eigentliche Drama spielte sich jedoch gegen 15.45 Uhr ab. Fahrer Lewis Gruber (28) und sein Beifahrer Mick Baumeister (19) waren auf der Alten Rottsieper Straße unterwegs, die im letzten Stück durch einen Wald ins Tal nach Remscheid führt. Gruber berichtet: „Uns kam ein Wagen entgegen und ich musste anhalten.“ Beim Anfahren bemerkte der 28-Jährige schließlich, dass der Wagen sich nicht mehr unter Kontrolle bringen ließ und langsam auf den Hang zu rutschte.

Der Beifahrer sprang aus dem
Auto, der Fahrer blieb sitzen

Mick Baumeister berichtet: „Ich habe nur gefragt: Soll ich rausspringen?“ Nachdem sich der 19-Jährige aus dem Auto gerettet hatte, trat Gruber die Fußbremse durch und zog zusätzlich die Handbremse an. Der Wagen blieb schließlich auf der Kante zum Abhang stehen. „Das war ein echter Schreckensmoment“, berichtet der Autofahrer. Schließlich traute er sich bis zum Eintreffen der alarmierten Feuerwehr nicht mehr, den Wagen zu verlassen: „Ich stand 20 Minuten auf der Bremse.“

Wie gefährlich glatt die Straße war, zeigte sich beim Eintreffen der Feuerwehr. Ein Einsatzwagen rutschte ebenfalls ab und musste am Abend mit einem Kranwagen aus Solingen geborgen werden. Anschließend wurden die vier Autos geborgen, die sich auf der Alten Rottsieper Straße festgefahren hatten. Im Einsatz waren die Freiwillige Feuerwehr in Cronenberg und die Berufsfeuerwehr - insgesamt 45 Helfer.

Drei Verletzte nach Unfällen auf
der Lichtscheider Straße

Ab dem Nachmittag waren die Südhöhen für Autofahrer, gerade auf den Nebenstraßen, nur noch schwerlich zu befahren. Die Bürgerbusse Cronenberg und Ronsdorf entschieden bereits am Mittag, den Betrieb für den Tag einzustellen. Klaus Dieter Rübel, Vorsitzender des Ronsdorfer Bürgerbusvereins, sagte der WZ: „Unsere Fahrer kommen in den Randbezirken nicht mehr durch.“

Auf der Lichtscheider Straße kam es am Nachmittag zu zwei voneinander unabhängigen Auffahr-Unfällen. Insgesamt waren nach Angaben der Feuerwehr-Leitstelle fünf Autos in die Karambolagen verwickelt. Mindestens drei Insassen wurden verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Lewis Gruber und sein Zwillingsbruder Robert (28), der ebenfalls auf der Alten Rottsieper Straße stecken geblieben war, kamen mit dem Schrecken davon und wärmten sich in einem Wagen der Feuerwehr bei Kaffee, Tee und Schokolade auf. Anwohner, die durch das Blaulicht vor ihrer Tür auf den Einsatz aufmerksam geworden waren, versorgten die Gestrandeten ebenfalls mit eigenen Heißgetränken. Ein Feuerwehrmann lobte die Unterstützung: „Das war wirklich sehr nett und sollte einfach einmal lobend hervorgehoben werden.“ Gegen 20.15 Uhr waren die Autos gesichert und die Waldstrecke geräumt.

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