„Viele müssen sich die Frage stellen, ob man noch ein Auto braucht“

„Viele müssen sich die Frage stellen, ob man noch ein Auto braucht“

Am WZ-Mobil ging es um das Thema Parken am Ölberg.

Die Parkplatzsuche am Ölberg verlangt Anwohnern wie Besuchern des Viertels Geduld und Durchhaltevermögen ab. Zu enge Straßen, blockierte Busse oder Baufahrzeuge sowie Behinderungen in jeglich denkbarem Ausmaß führen zu Unmut auf allen Seiten. Beim WZ-Mobil am Schusterplatz waren dementsprechend auch die Reaktionen.

„Besonders problematisch wird es in den Kreuzungsbereichen und wenn die Feuerwehr nicht mehr durchkommt“, sagt Gero Feldhaus. Eine Teillösung habe man an der Ecke Charlotten- und Marienstraße erzielen können, wo es sich jetzt weniger staue. „Viele müssen sich hier die Frage stellen, ob man überhaupt noch ein Auto braucht“, so Feldhaus. Bernd Schulz hat einen anderen Vorschlag: „An vielen Stellen ist das Parkverbot ab 16 Uhr. Das könnte man aufheben. Und da es manchmal sehr schwierig ist, einen Parkplatz zu finden, bleibt als Ausweg nur der Gehweg übrig.“

Emre Icme sieht das ähnlich: „Es gibt zu viele Parkverbote im Viertel. In Einbahnstraßen muss das nicht sein. Manchmal ist man gezwungen, auf Gehwegen zu parken, was für Fußgänger nicht zumutbar ist. Man sollte seitens der Stadt toleranter und entgegenkommender sein.“ Jane Hamerouch kennt die Probleme: „Es ist oft schwierig für die Autofahrer, durch die Straßen zu kommen und einen Parkplatz zu finden. Vielleicht wäre ein großer Parkplatz oder ein Parkhaus eine Alternative. Man sollte jedenfalls nicht mit dem Kinderwagen auf die Straße ausweichen müssen.“

Jens Schlauch weiß: „Für Baufahrzeuge ist es zu eng. Viele Autos parken zudem in der Baustelleneinfahrt und dann ist Ärger vorprogrammiert.“ Mehr Parkverbotsschilder seien aus Rücksichtnahme wohl unerlässlich. Michelle Schüler-Holdstein sagt: „Es widerspricht einer guten Verkehrserziehung, wenn man mit dem Kind auf die Straße ausweichen muss, weil der Gehsteig zugeparkt ist.“ Auch für Senioren mit Rollatoren sei es unzumutbar, lange Fußmärsche machen zu müssen, weil irgendwo der Bus feststecke. Es gebe zu viele Autos im Viertel. Car-Sharing und ÖPNV seien zudem gut für Geldbeutel und Umwelt.

Gaby Schulten denkt über andere Formen der Mobilität nach: „Man könnte im Viertel einen Mobilitätspunkt für E-Bikes, E-Autos und Car-Sharing einrichten und eher weniger Parkplätze einrichten. Es gibt hier viele Menschen, die genügend Ideen haben.“ Uwe Peter gehört dazu: „Viel mehr Privatleute sollten sich zusammentun und Autos teilen. Es gibt Nachbarn mit zwei oder drei Autos und viele Maßnahmen, die solch ein Konzept erschweren.“ Peer Stemmler hat einen Traum: „Wenn im Viertel nur auf einer Seite geparkt werden darf und die auf der anderen Seite ein Fahrradweg ist, bedeutet das weniger Parkplätze.“

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