Viele Ideen für den Breuer-Saal

Viele Ideen für den Breuer-Saal

Bis Mitte Juni können Interessenten noch ihre Angebote abgeben. Gemeinde will „die Menschen zusammenbringen“.

Luisenviertel. Bis Mitte Juni können Unternehmen, die an der Nutzung des traditionsreichen Breuer-Saales interessiert sind, noch ihre Vorschläge unterbreiten. Der Breuer-Saal in der Auer Schulstraße hatte mehr als 50 Jahre als Veranstaltungsstätte für die unterschiedlichsten Vereine und Organisationen zu Festen, Tagungen oder Pfandversteigerungen gedient. Nachdem über Jahre wenig bis gar kein Geld in die Renovierung und Instandsetzung geflossen war, wurde der Saal zum Leidwesen vieler dann wegen Baufälligkeit nach dem Gemeindekarneval im Februar für immer geschlossen und soll zukünftig anderweitig genutzt werden.

Einer umfassenden Renovierung standen sowohl die Kosten von etwa 2 Millionen Euro als auch die Tatsache, dass wegen des Lärmschutzes keine Veranstaltungen durchgeführt werden durften, die später als 22 Uhr enden, im Wege. Der Saal fuhr in seiner letzten spärlichen Nutzungsphase sogar Verluste ein. Wobei angesichts der Zukunftspläne vorausgeschickt werden muss, dass das insgesamt rund 4000 Quadratmeter große Areal einschließlich des Nebengebäudes und der Immobilie Friedrich-Ebert-Straße 15 sowie der angeschlossenen Remise der Sankt-Laurentius-Gemeinde gehört.

„Es ist selbstverständlich, dass die Rahmenbedingungen für eine Nutzung dem kirchlichen Charakter nicht zuwiderlaufen dürfen“, hatte Stadt-Dechant und Gemeindepfarrer Bruno Kurth schon im Vorfeld festgelegt. „Auf keinen Fall soll dort ein Discounter hin“, war die eindeutige Meinung des gesamten Kirchenvorstandes, dem auch der für das Gesamtprojekt Breuer-Saal verantwortliche Unternehmer Marcus Hüttermann angehört. Es sei nicht geplant eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, hieß es weiter.

Der Investorenwettbewerb, der eine wirtschaftliche Tragfähigkeit ebenso beinhaltet wie eine gemeindegerechte Nutzung, hatte einige mögliche Investoren angelockt. „Etwa ein halbes Dutzend Interessenten haben ihren Hut in den Ring geworfen“, so Marcus Hüttermann, der sich mit Einzelheiten jedoch bis zum Abschluss des Wettbewerbes in gut zwei Wochen zurückhalten will.

„Es wäre schön, wenn möglichst viele Menschen zusammengebracht würden“, hatte Pfarrer Bruno Kurth gewünscht. „Die Besichtigungen und die Gespräche mit den möglichen Investoren haben genau das ergeben“, verrät Hüttermann. So waren ein Mehrgenerationenhaus mit barrierefreien Einheiten, kleine Läden, Café, Bistro, Seminarräume oder ein Youth Hostel die Wunschvorstellungen der Gemeinde und ihrer Leitung gewesen. Die ebenfalls bevorzugten Werkstattflächen für Kunst und Kultur waren indessen nicht gefragt, so Hüttermann.

Wenige Probleme sieht man in der Einhaltung des Denkmalschutzes. „Der greift eher beim Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße 15, eine innen sehr repräsentativen Villa und der angeschlossenen Remise Nummer 15a, nicht jedoch beim Breuer-Saal und dem Nebengebäude.“

Mitte Juni endet der Investoren-Wettbewerb, und vom 2. bis zum 6. Juli werden die eingegangenen Vorschläge mit Unterstützung durch das benachbarte „Du Diederichs Projektmanagement“ vom Gemeindevorstand geprüft, und bis zum 30. September soll dann eine endgültige Entscheidung über die zukünftige Nutzung fallen. „Im Frühjahr 2019 soll es möglichst losgehen“, erklärt Hüttermann.

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