Viele Baustellen auf dem Weg zur Schwarzbachtrasse in Wuppertal

Wuppertal : Eine Schwarzbachtrasse — viele Baustellen

Hangsicherung, Brückensanierungen und mehr: Die Arbeiten laufen an mehreren Stellen. Vielleicht klappt es mit der Eröffnung noch in diesem Jahr.

Die Überraschungen gab es natürlich auch. Wie bei jeder Baustelle, sagt Michael Kraft, ehrenamtlicher Projektleiter der Wuppertalbewegung für die Schwarzbachtrasse. Doch bislang hielten die sich in Grenzen, und Kraft ist ziemlich optimistisch. „Wir liegen sehr gut im Zeitplan.“ So gut, dass möglicherweise sogar schon in diesem Jahr Spaziergänger und Fahrradfahrer die ehemalige Bahnstrecke nutzen können. „Das wäre natürlich unser Wunsch“, so Kraft. Offiziell gehe man aber vom Frühjahr 2020 für die Fertigstellung des 3,6-Millionen-Euro-Projektes aus.

Gearbeitet wird aktuell gleich an diversen Baustellen, mehrere Firmen sind für den Verein im Einsatz. So steht zum Beispiel die Sanierung der Brücke Dahler Straße über die B 7 an. „Da liegen wir in den letzten Zügen“, sagt Kraft. Begonnen wurde zudem mit den Arbeiten an den Portalen des Wichlinghauser Tunnels und der Hangsicherung im Bereich bis Gildenstraße. Netze wurden aufgehängt, „das wird auch so bleiben“, erläutert der Projektleiter.

Brücke Gildenstraße bekommt
neuen Korrosionsschutz

Wenig Sorgen macht er sich auch bei der Brücke Gildenstraße. Die alte Stahlbrücke wird komplett gesandstrahlt, anschließend mit einem neuen Korrosionsschutz überzogen. Im weiteren Bereich Richtung Wichlinghauser Bahnhof, wo die Schwarzbach- auf die Nordbahntrasse trifft, saniert eine Firma die Stützmauern an der Gildenstraße.

An einigen Stellen wird an der Hangsicherung gearbeitet. Foto: Schwartz, Anna (as)

Ende Juli, so Kraft, wolle man bei allen Teilabschnitten schon wieder ein gutes Stück weiter sein. Dann sollen die ersten Geländer montiert werden und die vorbereitenden Arbeiten für den Wegebau starten. „Unter anderem müssen Leitungen für die Beleuchtung gelegt werden.“ Kleinkram im Vergleich zum Gesamtprojekt, aber das, was noch einmal Zeit fressen wird, sagt Kraft, betont jedoch: „Wir liegen gut im Rennen.“ Auch Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Wuppertalbewegung, zeigt sich mit dem Baufortschritt sehr zufrieden. „Die Unternehmen hauen rein“, lobt er.

Bürgerverein spricht von einem „Segen für Langerfeld“

Größere Überraschungen seien eben bislang ausgeblieben. Ein bisschen Ärger habe man mit den Entwässerungsleitungen an der Brücke Langobardenstraße. „Vier Entwässerungspunkte gibt es“, sagt Kraft. Drei seien aber offenbar verstopft. Ganz so einfach sei es nicht, an sie heranzukommen. „Die liegen teilweise in fünf Metern Tiefe.“ Gemeinsam mit den WSW gebe es jetzt noch einmal einen Termin für eine Kamerabefahrung. „Wir haben allerdings schon eine Alternativlösung im Auge“, so Kraft. Man wolle jetzt aber erstmal den Termin abwarten.

Ein Problem, das im Prinzip seit Einrichtung der Baustellen besteht, ist zwar weniger geworden, aber immer noch vorhanden: Ungebetene Besucher, Müll und Vandalismus. Zwar sei der Bereich so gut es geht mit Bauzäunen gesichert. Diese würden aber immer wieder, „mehr oder weniger gewaltsam“, bei Seite geschoben, ärgert sich Kraft, der darauf hinweist, dass es nun mal auch nicht ganz ungefährlich auf einer Baustelle sei.

Einen „Segen für Langerfeld“ nennt Margret Hahn, die Vorsitzende des Bürgervereins, die Schwarzbachtrasse. Im April habe sie noch an einer Baustellenbegehung der Wuppertalbewegung teilgenommen. „Seitdem kann ich mir noch besser vorstellen, wie die Verbindung einmal sein wird.“ Sie selbst fahre viel Rad. Um auf die Nordbahntrasse zu kommen, müsse man aktuell noch über die vielbefahrene B7. „Allein, dass das dann wegfällt, ist schon toll.“ Von der neuen Trasse profitierten aber auch die noch hinter Langerfeld liegenden Stadtteile, ist Hahn überzeugt. „Wenn die Langerfeldtrasse kommt. Die wollen wir auch noch“, betont die Vorsitzende mit Blick auf das Projekt des Vereins Neue Ufer.

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