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Viel los in den Wuppertaler Parks – aber keine Anzeigen

Freizeit und Corona : Viel los in den Wuppertaler Parks – aber keine Anzeige des Ordnungsamtes

Im Nordpark fuhr die Polizei am Sonntag zu zwei Einsätzen.

Das gute Wetter am Wochenende hat unzählige Wuppertaler in die Parkanlagen und auf die Trassen der Stadt geführt. Ordnungsamt und Polizei berichten übereinstimmend: Es war sehr voll in den Erholungsräumen. Teils resultierte daraus auch Chaos auf den Zufahrtsstraßen. Viele Bürger haben sich deshalb beim Ordnungsamt und Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung gemeldet, bestätigte Stadtsprecher Thomas Eiting. Da mag die Bilanz für das Wochenende überraschend sein. „Wir haben keine einzige Anzeige geschrieben“, sagt Eiting.

Herbert Fleing (CDU) war am Sonntag im Nordpark unterwegs und vermisste Polizei und Ordnungsamt. Der Barmer Bezirksvertreter berichtete der WZ nicht nur von einem überfüllten Spielplatz und verstopften Parkplätzen, sondern schilderte auch ein „Fußballturnier“ von Erwachsenen in Trikots. Fleing sagt: „Am Spielfeldrand standen rund 200 Anhänger der vielen Teams.“ Er fragt: „Wie soll da der Inzidenzwert in Wuppertal sinken?“

Doch weder bei Polizei noch beim Ordnungsamt ist dieses Turnier ins System eingegangen, wie der WZ auf Nachfrage berichtet wurde. Die Polizei war am Sonntag lediglich zu zwei anderen Einsätzen im Nordpark, wo es um das Einhalten von Abständen ging. In einem Fall sollen sieben Leute zum Shisha-Rauchen zusammengesessen haben.

Wie kommt es, dass die Bürger Verstoße melden, aber nur in Ausnahmen auch Anzeigen geschrieben werden? Stadtsprecher Eiting erklärt: „Realität und Wahrnehmung gehen da oft auseinander.“ Nur weil es sehr voll ist, bedeute es nicht zwangsläufig, dass der Einzelne gegen die Corona-Schutzverordnung verstoße. Manchmal gehörten größere Gruppen dann doch zum selben Haushalt oder die Menschen säßen so zusammen, dass sie den Abstand von 1,5 Metern einhalten. Eiting erinnert auch, dass das Abstandsgebot nicht für die Kinder auf dem Spielplatz gilt. „Da dürfen auch 14 Kinder zusammen spielen und es ist kein Verstoß.“ Hinzu komme: „Wenn wir wegen einer Situation angerufen werden, heißt es ja nicht, dass sich diese nicht schon aufgelöst hat, wenn wir eintreffen.“ Der Ordnungsdienst sei am Wochenende mit „ein bis zwei Streifen“ unterwegs gewesen.

40 Mitarbeiter sind insgesamt im Außendienst des Wuppertaler Ordnungsamtes beschäftigt. Im Gegensatz zu anderen Städten hat Wuppertal den Ordnungsdienst personell  nicht aufgerüstet.